Keine Nachbesserungen, nur Verbesserungen

- Das erste Jahr Pinakothek der Moderne ist vollendet, man spricht in Rekorden, in Weltrekorden gar. 500 000 Besucher in den ersten sieben Wochen nach der Eröffnung, unübertroffen sei das, kann man aus dem Museum hören. Selbst das Guggenheim in Bilbao hätte da nicht mithalten können. Fast 1,3 Millionen Besucher seien es insgesamt im ersten Jahr gewesen.

<P>Zum gestrigen ersten Geburtstag wurde deshalb groß gefeiert. Ein Festprogramm rund um das Gebäude lockte Kunstinteressierte und solche, die es werden sollen. Diese Gelegenheit nutzte Kunstminister Hans Zehetmair, um die Bauinschrift der Pinakothek zu enthüllen. Im Eingangsbereich kann nun jeder lesen, wem das Großmuseum zu verdanken ist.</P><P>Vorher hatte Zehetmair Bilanz gezogen. Überaus zufrieden zeigte sich der Minister und bezeichnete die Pinakothek der Moderne als "neues Wahrzeichen für Kunst und Kultur in Bayern", das als Standortfaktor für den gesamten Wirtschaftsraum des Freistaates wirke. Fast zwei Dutzend Galerien hätten sich bereits im direkten Umfeld des Hauses etabliert.</P><P>Auch die Zukunft des Museums und des gesamten Areals macht Zehetmair keine Sorgen. Er hätte die architektonische Gestaltung entlang der Gabelsberger- und Türkenstraße soweit "festgezurrt", dass auch sein Nachfolger nicht anders könne, als die geplanten Bauabschnitte zu vollenden.</P><P>Im Klartext heißt dies, dass die Brandhorst-Sammlung ein Heim bekommt - Baubeginn ist der Sommer 2004; ebenso wird die Hochschule für Fernsehen und Film und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in der Nähe untergebracht. Rundum zufriedene Gesichter also, Reinhold Baumstark, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, brachte es auf den Punkt: "Bei einem Haus wie diesem sind keine Nachbesserungen nötig, sondern nur Verbesserungen."</P><P>Diese kann man vielleicht schon anlässlich einer der nächsten Ausstellungen begutachten. Ab dem 25. September sind Exponate aus der Afrika-Sammlung von Georg Baselitz zu besichtigen, im Dezember bietet das Museum einen Querschnitt aus der Foto-Sammlung des Siemens Arts Program. Ein weiterer Höhepunkt könnte schließlich die Eröffnung der Danner-Rotunde werden. Im Frühjahr 2004 wird dort - am tiefsten Punkt der Pinakothek unter der zentralen Kuppel - eine Schmuckabteilung mit mehr als hundert Exponaten aus der Sammlung der Danner-Stiftung eingerichtet.<BR></P>

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