Keine Stromlinie

- "Das Angebot der Landeshauptstadt München, maßgeblich am Aufbau des Jüdischen Museums München mitarbeiten zu können, ist eine außerordentliche Herausforderung", erklärt Bernhard Purin, Chef des Jüdischen Museums Franken - Fürth & Schnaittach. Purin wurde jetzt als Gründungsdirektor des für die Landeshauptstadt geplanten Museums vorgeschlagen.

<P>Kulturreferentin Lydia Hartl will den angesehenen und streitbaren Museumsmann, der mit den dortigen Jüdischen Gemeinden große Schwierigkeiten hat, dem Münchner Stadtrat vorstellen. Der 39-Jährige, der seit 1995 in Fürth tätig ist: "Durch den mittlerweile eingetretenen Planungsstand am St. Jakobsplatz, der zu einer wesentlichen Flächenerweiterung des Museums führen wird, wird es möglich sein, nicht nur ein Museum, sondern gleichzeitig einen Informations- und Kommunikationsort von internationaler Ausstrahlung zu realisieren." </P><P>Da ein Stadtratsbeschluss noch nicht vorliegt, hält sich Purin, der in Bregenz geboren wurde, bedeckt: "Die nächsten Wochen bis zu einer endgültigen Entscheidung möchte ich vor allem für Gespräche mit all jenen, die sich in München seit langer Zeit für die Errichtung des Jüdischen Museums engagieren, nutzen."</P><P>Bernhard Purin liegt seit längerem im Streit mit den Fürther und Nürnberger jüdischen Gemeinden. Der Museumsleiter betonte stets, ihren Wünschen so weit wie möglich entgegenkommen zu wollen. Er bestand aber darauf, den Museumsbesuchern einen möglichst freien Blick aufs Judentum zu bieten. Purin war in die Medien gekommen, nachdem ihn die Gemeinden sowie Vertreter jüdischer Organisationen in Bayern im Zusammenhang mit der ironischen Ausstellung der (jüdischen) Künstlerin Anna Adam, "Feinkost Adam", wieder heftig angriffen: Seine Respektlosigkeit den religiösen Gefühlen von Juden gegenüber habe einen neuen Tiefpunkt erreicht. München kann sich also auf einen nicht stromlinienförmigen Museumsmann freuen.<BR></P>

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