Kempowski: Ausstellung ist "Höhepunkt meines Lebens"

- Bremen - Der krebskranke Schriftsteller Walter Kempowski hat tief bedauert, nicht an der Eröffnung der Ausstellung seines Archivs in der Berliner Akademie der Künste dabei zu sein. "Ich bin stabil, zum Reisen ist es aber leider nicht ausreichend", sagte der 78- Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Ich laufe rum wie die Feuerwehr, überall sind Schläuche."

Der Autor liegt derzeit im Krankenhaus, freut sich jedoch, dass seine Frau bei der heutigen Eröffnung dabei sein kann. Auch im Krankenbett ist Kempowski weiter kreativ und schreibt Tagebuch. "Ich kann sicher nach Hause zwischendurch", gab er sich optimistisch.

Für Kempowski ist die Ausstellung über sein Leben und Werk "der Höhepunkt meines Lebens". Das sagte seine Frau Hildegard gestern der dpa. Sie nimmt an der Eröffnung durch Bundespräsident Horst Köhler teil. "Wir haben uns jetzt entschieden, dass ich zu der Ausstellung fahre, für ihn ist das eine zu große Aufregung und Anstrengung", sagte Kempowskis Frau. "Er freut sich jetzt riesig darüber, dass ich dabei bin."

Die Akademie hat das Archiv des 78-jährigen erworben. Der Autor wurde bekannt mit seinen Werken zu einer "Deutschen Chronik" wie "Tadellöser & Wolff" und "Ein Kapitel für sich" sowie der Jahrhundertcollage "Echolot. Ein kollektives Tagebuch" mit Kriegstagebüchern des Zweiten Weltkrieges. Die Ausstellung ist am Pariser Platz bis zum 15. Juli zu sehen und zeigt etwa 1600 Exponate zu Leben und Werk Kempowskis.

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