Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Kerniger Rock

- "Schweinerock" nannte man früher Musik, wie sie die Scorpions spielen, und es war nicht als Kompliment gemeint. Heute darf man diese Bezeichnung angesichts der sterilen Klangsülze von ferngesteuerten aktuellen Pop-Mutanten durchaus als Gütesiegel ansehen.

<P>Im altehrwürdigen Circus Krone in München präsentierten die Scorpions ihre neue Platte "Unbreakable", und die anwesenden Fans konnten aufatmen: Auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens produzieren die Scorpions kernigen Rock, der mit fast schon bewundernswerter Konsequenz an jedem Trend vorbei schrammt. Solide gemacht ist das und professionell vorgetragen. </P><P>Und die Lieder klingen genau so, wie die Lieder vor 20 Jahren klangen, als es den Scorpions mit der LP "Love at First Sting" gelang, mit massenkompatiblen Ohrwürmern auch Zuhörer jenseits der Hardrockgemeinde zu finden. Einfallslos könnte man das nennen, aber die Band aus Hannover ist sich einfach treu geblieben und tut, was sie am besten kann. So wird das frische Songmaterial vom Publikum wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber richtig Stimmung kommt erst auf, als Klassiker wie "Bad Boys Running Wild" oder "Big City Nights" angestimmt werden. </P><P>Die Scorpions, die weltweit riesige Stadien füllen, brauchen aber eine Zeit, bis sie sich an die eher intime Stimmung im Circus Krone gewöhnt haben. Die Posen und Showeinlagen sind für größere Bühnen gedacht und wirken mitunter unfreiwillig komisch. Es mag auch daran gelegen haben, dass die Band neue Videoclips mitschneiden ließ und die Choreographie auf die Kameras ausrichtete: Das Auditorium wirkte manchmal etwas ausgeschlossen. </P><P>Sänger Klaus Meine gab sich im Verlauf des Konzerts aber sichtlich Mühe, Stimmung zu machen, und die vier anderen Gruppenmitglieder nahmen sich daran ein Beispiel und tobten wie eine Schülerband über die Bühne. Spätestens beim Kuschelhit "Still Loving You" ist die Welt dann in Ordnung. Feuerzeuge schwenken und den Refrain mitgrölen - mehr braucht es gelegentlich gar nicht, um glücklich zu sein. </P>

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