SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 

Ein Kessel Buntes als Hommage an Gulda

- Spielt er nun Mozart im Frack, trägt er zum hausgemachten Jazz ein buntes Käppi oder klettert er nackt in den Flügel? Bei Friedrich Gulda war man nie sicher. Er liebte es, sein Publikum zu überraschen. Als jetzt, zum 75. Geburtstag des im Jahr 2000 verstorbenen Pianisten, "festspiel +" und Münchner Klaviersommer einluden zu einem Nacht-Konzert "Martha Argerich meets Friedrich Gulda" war die Bayerische Staatsoper voll besetzt.

Jeder wollte dabei sein; jeder wollte noch einmal Gulda-Meisterschülerin Martha Argerich - für viele immer noch die Frau am Klavier - erleben. Als Draufgabe die Gulda-Söhne Paul und Rico mitnehmen und, wie es der Argerich Brauch ist, zwei junge Künstler: Ihre Meisterschülerin Gabriela Montero und den jungen französischen Cellisten Gaultier Capucon.Gemeinsam köchelten die fünf als Hommage einen Kessel Kunterbuntes: Sie starteten mit einem faden Mozartschen Drei-Klaviere-Konzert (F-Dur, KV 242), das, von der bayerischen Kammerphilharmonie begleitet, leicht verwaschen dahin schnurrte, mit ausufernd improvisierter Kadenz. In Beethovens vierhändigen Improvisationen über "Ich denke Dein" demonstrierten die Gulda-Brüder, dass sie die Geläufigkeit, den weichen, schwerelosen Anschlag vom Papa geerbt haben. Und Paul offenbar auch den Spaß am Jazz.Denn er lockte in des Vaters Variationen über "Light My Fire" Gabriela Montero zu einem mitreißenden Duo an den zweiten Flügel und machte zuletzt Papas schräges Cello-Konzert zum kirmeslaunigen, aber nicht enden wollenden Rausschmeißer - mit Blasmusik und sich abrackerndem Solisten.Argerich pur gab es an diesem pausenlosen Abend leider nicht. Doch in Rachmaninovs Suite für zwei Klaviere (mit Montero) bewies sie immer noch kraftvolle Attacke. Sie zog sich in Schumanns Fantasiestücken als die Stimmung genau vorgebende, wunderbare Begleiterin des Cellisten "zurück" und entfesselte in "La valse" zusammen mit Montero jenen fast martialischen Strudel, in dem Ravel den Wiener Walzer in den Untergang treibt.Um Mitternacht viel Applaus für (wenig) Argerich und ihre Mitstreiter - trotz des seltsamen Sammelsuriums in Überlänge.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus mit der Achten fort. Eine Enttäuschung.
Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Christine Nöstlinger ist gestorben
Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Das ist auch eine kulturpolitische Entscheidung mit Blick auf den Konzertsaal: Mariss Jansons bleibt seinem Orchester ungewöhnlich lang erhalten.
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.