Kinder-Spaß: Gastspiel des Jim-Knopf-Musicals

- Hunderte schwenkende Ärmchen, die Refrains freudig mitklatschende Händchen und kinderhell durchdringende Ja- und Nein-Chöre, ein derart intensives Mitgehen der Zuschauer hat das Münchner Deutsche Theater sicher noch nicht erlebt, wie am Wochenende bei dem Musical "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", das seit 1999 erfolgreich durch die Lande tourt.

Die Kinder kennen natürlich Michael Endes Geschichte, haben sie vielleicht schon in der Augsburger Puppenkiste gesehen. Und dann ist Christian Berg - hier Texter, Regisseur, im Stück auch noch König Alfons und der Erzähler - ein geborener Animateur fürs kleine Publikum. Wie er da aus dem Stand Bühne und Parkett zusammenbringt, eine familiäre, eine Wir-spielen-jetzt-mal-gemeinsam-Theater-Stimmung schafft, das macht ihm so schnell niemand nach. Da liefern sogar die Mamis und Papis die Dingdong-Glocken und die krächzenden Geier.

Nach reichlich Stimmungs-Warm-up wandert das dunkelhäutige Findlingskind Jim Knopf (Katja Ruhnke) wegen Lummerlands Überbevölkerung mit seinem Freund Lukas (Ralph Aschoff) auf dessen Stahlross "Emma" aus. Im Nu ist das Duo beim König von China, gleich darauf beim Drachen, um die entführte Prinzessin Li-Si zu befreien. Und auf "Emma" geht‘s schon wieder zurück nach Lummerland, wo Knöpfchen und Prinzesschen ein Pärchen werden.

Michael Ende wird bei Berg recht schlank erzählt, was für die ganz ganz Kleinen sicher angemessen ist. Ein paar Musical-Tänzchen mehr hätten es aber schon sein dürfen. Durchs Mitspielen und die eingeschobenen Lieder (aus der Feder von Konstantin Wecker) dauert es aber doch zwei geschlagene Stunden.

Die Liedtexte, weil von der allzu verstärkten Musikzuspielung einfach zugedeckt, verstand man nur momentweise. Für die Kinder war das offensichtlich keine Beeinträchtigung. Die hatten einen Riesenspaß, von einem lebensgroßen Kasper, wie Christian Berg einer ist, so ernst genommen zu werden.

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