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Die neue Cinema Lounge im Bayerischen Hof: Jeder der 40 Sitzplätze hat mehr als genug Beinfreiheit sowie eine separate Beleuchtung.

Kino-Träume im Hotel

München - München ist um ein Kino reicher: Das Luxushotel Bayerischer Hof hat seine „Cinema Lounge" eröffnet - für Präsentationen, Partys oder Kinofreaks, die ihre Lieblingsfilme im exklusiven Rahmen genießen wollen.

Wenn der Saal etwas über die Atmosphäre, also die Seele eines Kinos verrät, dann ist der Vorführraum das Herz. Und es gibt wohl kein Kino in München, in dem der Unterschied zwischen Herz und Seele so groß ist wie in der Cinema Lounge des Bayerischen Hofs. Der Vorführraum ist schmaler als in vielen anderen Häusern - und einzig auf Funktionalität ausgerichtet: Hier sind der Projektor, die DCP-Server und der DVD-Player angeschlossen, hier laufen die Kabel der Tonanlage, die einen Rundum-Klang ermöglicht, zusammen. Im Metallregal liegen DVDs von Martin Scorseses Rolling-Stones-Konzertfilm „Shine A Light" und „The Rocky Horror Picture Show" - für den Probebetrieb.

Touchscreen: Moderne Technik für den Vorführer.

Die Seele der Cinema Lounge wurde vom niederländischen Innenarchitekt und Designer Axel Vervoordt dagegen ebenso edel und großzügig wie unaufdringlich gestaltet: 40 Zuschauer können auf breiten, bequemen Sofas mit zahlreichen Kissen Platz nehmen, alles ist in angenehm erdigen Farben gehalten. Hier hat sich Vervoordt von Arbeiten des US-Malers Mark Rothko inspirieren lassen.

Der Bayerische Hof ist das erste Hotel in München, das ein eigenes Kino hat - bundesweit gibt es drei. Es seien vor allem die langjährigen Beziehungen zu Gästen aus der Unterhaltungsbranche gewesen, „die uns für deren Bedürfnisse sensibilisiert haben", erklärt Innegrit Volkhardt, geschäftsführende Gesellschafterin des Luxushotels. Ansprechen will sie mit dem Vorführraum etwa Kinoproduzenten, die ihre neuen Filme ausgewählten Kunden präsentieren wollen. Die - je nach Einstellung - etwa neun Quadratmeter große Leinwand und ein perfektes Klangsystem erlauben echten Filmgenuss.

Blick in die Cinema Lounge: Der Raum erinnert eher an ein stilvoll, edel, aber keinesfalls protzig eingerichtetes Wohnzimmer als an einen Kinosaal. Alle Sitzkissen sind variabel.

Zudem ist mit wenigen Handgriffen die Leinwand verschwunden - eine breite Glasfront gibt den Blick in den Innenhof des Hotels frei. Jetzt kann der Raum etwa für Vorträge genutzt werden: Dazu befinden sich an jedem Sitzplatz Steckdosen und EDV-Zugänge für die Laptops der Zuhörer sowie eine separate Beleuchtung. „Wir können mit diesem Raum unseren Kunden eine große Nutzungsvielfalt bieten", sagt die Hotel-Chefin.

Einen regelmäßigen Kino-Programmbetrieb - etwa für die Gäste ihres Hauses - plant Volkhardt indes nicht. Wer sich allerdings mit Freunden seinen Lieblingsfilm in exklusiver Atmosphäre anschauen will, der ist in der Cinema Lounge absolut richtig. Teilt man sich die Miete in Höhe von 1200 Euro für sechs Stunden, würde bei 40 Zuschauern die Kinokarte 30 Euro für jeden kosten.

Michael Schleicher

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