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KISS ließen es in der Münchner Olympiahalle mächtig brennen.

Was für eine Show

KISS in der Olympiahalle: Mehr Rumpelrock geht nicht

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Auch im gehobenen Alter ließen es Gene Simmons und Co. in der ausverkauften Münchner Olympiahalle ordentlich krachen und das Publikum eine dieser „Crazy crazy nights“ erleben. 

München - Es kracht, es brennt, es rummst und stinkt. Und es ist großartig! KISS, die olle Hardrock-Geisterbahn aus New York City, machte gestern in München Station – und schlug in die ausverkaufte Olympiahalle die erhoffte Schneise der Verwüstung. Bis Deep Purple am Freitag – mit etwas feinsinnigerem Hardrock – die Bude übernehmen, ist das letzte Glutnest hoffentlich gelöscht. Denn: Gene Simmons und Plapper-Paule Stanley ließen es mächtig brennen. Elastik-Zunge Simmons spuckte Kunstblut, als säße ihm der Satan im Leib. Und Stanley flog per Seilbahn wie ein kunterbuntes Vogerl über die Arena. Mehr abgefahrenen Pyro-Pop kann man nicht kriegen fürs Geld.

Zum 43 Jahre alten Lieblingsopener „Deuce“ schweben Gene, Paul und ihre „Angestellten“ Tommy Thayer und Eric Singer auf einem Podest auf die Bühne. Und die Botschaft ist schnell klar: Wer Virtuosität erwartet, soll gefälligst zu Deep Purple gehen. KISS liefern ehrlichen Rumpelrock, und sie liefern ihn gut. Das Make-up sitzt wie festzementiert. Und Simmons kann auch mit 67 noch gleichzeitig ein Bass-Solo zupfen, literweise Blut speien, und über die Bühne flattern.

Überraschungen? Werden überschätzt. Gibt’s keine, will keiner, braucht keiner. Okay, Stanley erweist seiner deutschen Mama (Frau Eisen kam aus Berlin) mit schwarz-rot-goldener Gitarre die Ehre. Aber sonst? München erlebt einfach nur eine dieser „Crazy crazy nights“ von KISS – und aus diesem Anlass schießt eine Extrasalve Feuerwerk aus den Instrumenten. Wenn’s nach Gene geht, sollen KISS auch weiterbestehen, wenn er und Paul in Rente gehen – er plant eine Castinghow, um ihre Nachfolger zu suchen. Also: Der Zirkus bleibt geöffnet. Gut so.

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