Krankenhaus! Große Sorge um Dieter Wedel - Rücktritt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele

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Klang-Raritäten am Kuchenbuffet

- Nach dem sonntäglichen Gaumenschmaus mit Kaffee und Kuchen vom Buffet, folgt keineswegs ein wohlfeiles Wunschkonzert. Nein, da haben sich die Chefs des Münchner Rundfunkorchesters für die Nachmittagskonzerte im Prinzregententheater ganz anderes ausgedacht: Raritäten, die auf der Opernbühne oder im Konzertsaal kaum zu hören sind. Am Sonntag koppelten sie Darius Milhauds 35-Minuten-Oper (immerhin in drei Akten) "Les Malheurs d'Orphé´e" mit der 3. Symphonie von Louis Spohr.

<P>Marc Piollet, der perfekt Deutsch sprechende, aus Paris stammende junge Dirigent, derzeit Chef der Wiener Volksoper, warb für seinen Landsmann Milhaud. Der sich - wie einige seiner Landsleute - in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts entschieden gegen Wagner positionierte. Und eher an Strawinsky orientiert, in seinen Kurzopern knappe Szenenfolgen ohne psychologischen Überbau schuf. Den Orpheus-Mythos holte Milhaud radikal in seine Welt, in ein Dorf der Camargue, wo der Außenseiter Orphé´e die Zigeunerin Euridice liebt, mit ihr in den Wald flieht, wo sie stirbt. Er kehrt verstört zurück ins Dorf, immer noch beherrscht von seiner Liebe zur toten Euridice, deren Schwestern ihn wie die Mänaden im antiken Original töten.</P><P>Liebe in der Camargue</P><P>Mit Morton Frank Larsen und Juliane Banse war das tragische Paar ausgezeichnet besetzt. Sein männlich-kerniger Bariton und ihr bis in die Höhen weicher, schmiegsamer Sopran entfalteten sich in den knappen, von Bläsern dezent illuminierten Arien wie in den stimmungsstarken Duetten. Dorfbewohner-Terzett und Waldtiere-Quartett übernahm der wie stets präsente BR-Chor, und zum Schwesternterzett vereinten sich Margit Kinzel, Marion Rambausek und Barbara Müller. Unter Marc Piollets animierender Leitung überzeugte auch das Rundfunkorchester mit einer rhythmisch prägnanten Aufführung, in der die herbe Poesie von Milhauds Klangsprache aufleuchtete bis hin zum archaisch wirkenden "Trauermarsch".</P><P>Das Publikum ließ sich für Milhaud begeistern und hernach für Spohrs zwischen Beethoven und Brahms angesiedelte Dritte aus dem Jahr 1828. Piollet dirigierte sie mit vorwärts drängendem Elan, achtete auf Transparenz und bewies Gespür für die lyrisch-lichten Momente wie für die effektvollen Zuspitzungen in den Ecksätzen. </P>

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