Klasse statt Masse und beliebte Werke

- Der Einstand hätte nicht besser sein können. Halbzeit der ersten Saison der Münchner Philharmoniker unter ihrem neuen GMD Christian Thielemann und dem Intendanten Wouter Hoekstra.

Zeit, vorauszuschauen auf die kommende Spielzeit. Thielemann, den Kulturreferentin Lydia Hartl anlässlich der gestrigen Programmpräsentation als "Lichtgestalt" pries, setzt 2005/ 06 auf Beliebtes. Das sei aber durchaus nicht immer das Gängigste: "Beliebte Werke, das sind auch solche, die aus der Mode gekommen sind - wie manche Beethovenkonzerte. Oder Brahms. Die Dirigenten meiner Generation haben sich kaum je an eine Brahms-Symphonie gewagt."<BR><BR>Zum neuen Programm: Es werden mehrere Linien verfolgt, wobei Thielemann betont: "Mir ist schon auch die Beschränkung wichtig. Also Klasse statt Masse." In der Auswahl, gibt er unumwunden zu, gehe er nach seinem eigenen Geschmack vor: "Ich bin weit davon entfernt, Stücke zu machen, die mir keinen Spaß bereiten."<BR><BR>Insgesamt bietet die kommende Philharmoniker-Saison 74 Abonnementkonzerte - verteilt auf acht Abo-Reihen à` acht Konzerte und zwei Abo-Reihen à` fünf Konzerte. Eine davon ist ein reines Thielemann-Abonnement. Insgesamt dirigiert der GMD in seiner zweiten Münchner Saison 25 Konzerte in der Philharmonie und elf auf Tournee. Stolz ist man auf die reichlich vorhandenen internationalen Einladungen und darauf, dass sich das Orchester in Köln und Amsterdam in einer Elite-Reihe mit Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern zu messen hat.<BR><BR>Saison-Auftakt ist am 30. September mit dem Dirigenten Daniel Harding und dem Solisten Christian Tetzlaff. Das erste GMD-Konzert ist am 21. Oktober: Debussy und Brahms. Ein Höhepunkt: Thielemann dirigiert das Silvester-Konzert 2005 (Ravel, Strauss), Solistin ist Waltraud Meier.<BR><BR>19 Gastdirigenten werden am Pult der Philharmoniker stehen, darunter "Ehrendirigent" Zubin Mehta, Frans Brüggen, erstmals Tan Dun, Ingo Metzmacher und André´ Previn. Intendant Hoekstra, der gestern auch ein neues Philharmoniker-Logo vorgestellt hat, zur Programmgestaltung: "Das Orchester versucht, eine gute Balance zu finden zwischen Klassik und Moderne". Einer der Schwerpunkte: Mozart aus Anlass seines 250. Geburtstages. <BR>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare