Klassik Stiftung Weimar erneuert sich komplett

- Die Klassik Stiftung Weimar steht vor einer der größten Herausforderungen seit ihrer Gründung. Der Stiftungsrat beschloss jetzt ein vielfach angemahntes neues Struktur- und Personalkonzept. Es soll zum 1. Januar 2006 wirksam werden. Danach erhält der Präsident der zweitgrößten Kulturstiftung Deutschlands erheblich mehr Befugnisse. Schlüssige inhaltliche Konzepte für Forschung, Bildung, Marketing oder Liegenschaften sollen jedoch erst April 2006 vorliegen. Der Stiftung, zu der das Goethe-Nationalmuseum, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek und das Goethe- und Schiller-Archiv gehören, war vom Wissenschaftsrat und einer Strukturkommission Konzeptionslosigkeit vorgeworfen worden. Es fehle eine nationale und internationale Ausstrahlung.

Stiftungsratsvorsitzender und Kultusminister Jens Goebel (CDU) sprach nach der Sitzung von einer einmaligen Chance für die Stiftung; Stiftungspräsident Hellmut Seemann sogar von einer "Wasserscheide der bisherigen Arbeit". Erstmals seit 15 Jahren könne überhaupt Personalpolitik betrieben werden. Er verneinte Fragen, wonach mit dem Strukturkonzept der zweite Schritt vor dem ersten inhaltlichen gemacht wurde. Seit 1990 wurde die Zahl der Mitarbeiter von ehemals mehr als 500 auf 227 gesenkt. Neu besetzt werden sollen in nächster Zeit zehn Schlüsselpositionen. Perspektivisch kann die Stiftung 277 Stellen besetzen. Auch im nächsten Jahr werde die Stiftung 28 Millionen Euro zur Verfügung haben, die Hälfte davon vom Bund.

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