"Klassiker" zum Garmischer Kultursommer

Garmisch-Partenkirchen - Von Nestroy bis zum Werdenfelser Almsingen: Das ist das Programm des zehnten Kultursommers Garmisch-Partenkirchen.

Ein schroffer Fels, daneben der rauschende Wildbach – die ideale Kulisse für „Schlafes Bruder“ (nach dem Roman von Robert Schneider; Premiere: 30. August). Am Herrgottschrofen inszeniert Angela Hundsdorfer das Drama um das Musikgenie Elias. „Die Enge des Tals kann man hier sehr gut nachvollziehen“, sagt sie. Die gewaltige Natur zur Bühne zu machen, ist eine der Spezialitäten des Kultursommers, der heuer zum zehnten Mal vom 23. August bis 23. September in Garmisch-Partenkirchen stattfindet: hinter der Partnachklamm, am Graseck und Kramerplateau – das sind nur einige der Schauplätze, an denen Sommertheater über die „Bühne“ geht.

„Ich glaube, wir haben auch heuer wieder einen besonderen Ort gefunden“, betont Georg Büttel, künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto „Ideal, genial und zauberhaft“ steht. Er inszeniert in der Bayernhalle die Nestroy-Komödie „Der Talisman“ (Premiere: 23. August) und freut sich, dass „Tatort“-Kommissar Sebastian Bezzel die Hauptrolle übernommen hat. Der Garmisch-Partenkirchner Schauspieler, der mittlerweile in Hamburg lebt, hat zudem seine Frau Johanna Christine Gehlen mitgebracht und schwärmt: „Der Kultursommer ist etwas ganz Besonderes, das aus dem Ort heraus entstanden ist.“

Komplettiert werden die Eigenproduktionen durch „Aschenputtel“, das als Stationentheater im Michael-Ende-Kurpark gezeigt wird. Daneben erwarten zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Kabarettabende, ein Volksstück im Partenkirchner Bauerntheater und das Musical „Peter Pan“ die Zuschauer. Ein Publikumsmagnet ist immer das Werdenfelser Almsingen, das inmitten des Wettersteinmassivs abgehalten wird. „Das ist mittlerweile ein absoluter Klassiker und genau die Volkskunst, hinter der wir stehen“, erklärt Büttel. Nach einer Bergmesse am Kreuzeckhaus, wo anschließend auch musiziert wird, verteilen sich die Gruppen noch auf die Kreuz- und die Hochalm. „Den ganzen Tag herrscht auf den Wegen dazwischen reger Betrieb, weil die Zuhörer ja alle Sänger und Musikanten erleben wollen.“ Das Konzept, mit Einheimischen und Gästen ein abwechslungsreiches Programm für Einheimische und Gäste zu gestalten, ist voll aufgegangen.

Was seit 2003 passiert ist und wer schon alles zum Kultursommer-Ensemble gehört hat, belegt die Ausstellung zum runden Geburtstag in der Galerie des Marktes. „Über 1000 Mitwirkende waren es in 30 Theaterproduktionen und in circa 700 Vorstellungen“, nennt Büttel ein paar Zahlen. Neben der Natur und dem künstlerischen Potenzial am Ort zählt Michael Ende zu den Alleinstellungsmerkmalen der Reihe. Der Schriftsteller, der 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde, spielt jedes Jahr eine bedeutende Rolle beim Kultursommer. „Wir haben schon ,Die unendliche Geschichte‘ und ,Jim Knopf‘ gezeigt und machen ansonsten Produktionen in seinem Sinn.“

Dazu zählt auch, dass fantastische Gestalten im Kurpark Einzug halten: „Das Einhorn heißen wir Mitte September als weiteres Fabelwesen willkommen“, verrät Büttel. Die Kombination, die er und seine Mitstreiter bieten, überzeugt nicht nur das Publikum. „Die Darsteller kommen definitiv nicht wegen der Gagenhöhe.“ Vielmehr begeistern sie das hervorragende Miteinander, Stücke, die sie künstlerisch fordern, und die einzigartige Natur.

Tanja Brinkmann

Informationen:

Ab 23. August, www.kultursommer-gapa.de, Karten bei MünchenTicket.

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