Klassik-Radio live

- Französisches war angesagt für das Akademiekonzert im Münchner Nationaltheater. Statt des erkrankten Neeme Järvi stand Asher Fisch am Pult des Bayerischen Staatsorchesters und dirigierte ein leicht variiertes Programm. Er verzichtete auf Saint-Saë¨ns, Meyerbeer und Aubert, schickte aber die ursprünglich geplante Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach dann doch als Zugabe hinterher und lenkte damit das Wunschkonzert schon deutlich Richtung Fasching.

<P>Das Publikum genoss es, zumal das Staatsorchester Offenbachs Esprit funkeln ließ. Da bekam mancher richtig Lust, auch diesem Orpheus einmal wieder zu begegnen. Obwohl nicht große Symphonik das Programm prägte, sondern Ouvertüren und Ballettmusiken, ließ sich das Orchester nicht lumpen. Ganz im Gegenteil: Es schien - wie der temperamentvoll zupackende Fisch - seinen Spaß an der gut gemachten, "leichteren" (Theater-)Musik zu haben und bewies wieder einmal seine Flexibilität.</P><P>Zunächst in Paul Dukas' leicht wagnernder, dunkel-grundierter Ouvertüre zur Corneille-Tragödie "Polyeucte", dann in den wirbelnden Rhythmen des "Zauberlehrlings". Schade, dass Ravels sich zuletzt quasi selbst zerstörender "Valse" nur im Programmheft und nicht hörbar mit den Spätgeburten von Schönberg, Berg oder Webern konfrontiert wurde. Das hätte auch diesem Sammelsurium Biss gegeben.</P><P>Doch stattdessen servierten Fisch und das Oorchester eine zackige "Zampa"-Ouvertüre von Herold, ein stimmungsvoll zartes Nocturne von Massenet und die nicht ohne Raffinement gemachten Suiten "Coppelia" und "Sylvia" von Delibes. Und blieben der Eleganz, der wilden Jagd und den verschliffenen Walzertakten nichts schuldig. Klassik-Radio einmal live in der Staatsoper. Ob das subventioniert werden muss?</P>

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