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Arbeiten derzeit an „Kannibalen“: Judith Paus und Klaus Lemke. 

Kult-Regisseur dreht „Kannibalen“ in München

Klaus Lemke ist zurück auf der Straße

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Klaus Lemke („Rocker“) hat in München mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Kannibalen“ begonnen. Beim Filmfest feiert zudem seine aktuelle Produktion „Making Judith!“ Premiere. 

München – Klaus Lemke ist zurück auf Münchens Straßen: Am Donnerstag begann der Regisseur, der 1978 mit „Amore“ die Schwabinger Milieukomödie begründete, in der Schellingstraße mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Kannibalen“. Wie immer ging Lemke ohne festes Drehbuch, mit Laiendarstellern und ohne Filmförderung an den Start. Seine neue Produktion, erklärt der 76-Jährige, drehe sich um Jugendliche aus der Münchner Maxvorstadt, die „bestenfalls zweitklassige Kopien ihrer Eltern“ seien: „Die alles dafür tun, das nicht zu bekommen, was sie so dringend brauchen: einen Hauch von Coolness. Aber ein paar wollen dann doch aus diesem selbst gewählten Gefängnis ausbrechen.“ Der Filmemacher will bis Mitte August „Kannibalen“ abgedreht haben. Er kündigt an, die Produktion sei „zärtlich, electrifying vulgär, kitschig, ordinär und vor allem: korallenroter Schund“. 

Lemkes „Rocker“ ist längst ein Kultfilm

Lemke wurde mit Filmen wie „Rocker“ (1972), „Arabische Nächte“ (1979), „Finale“ (2006) und „Dancing with Devils“ (2008) zu einem der wichtigsten und kreativsten Köpfe des unabhängigen deutschen Films; längst legendär ist seine unerbittliche Argumentation gegen die staatliche Filmförderung. 2010 wurde er mit dem Filmpreis der Stadt München geehrt.

Lemkes jüngste Produktion „Making Judith!“ feiert am 28. Juni im Arri-Kino im Rahmen des Münchner Filmfests Premiere. Die Arbeit sei „ein kleiner Orgasmus für unterwegs“, verspricht der Regisseur. Nach der Vorstellung am 30. Juni, 17.30 Uhr, im Kino an der Münchner Freiheit beantworten Lemke und seine Hauptdarstellerin Judith Paus die Fragen des Publikums.

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