Kleider machen Leute - und Kunst

- Karo. Als Hintergrund. Als digitales Raster-Spiel mit Weisheiten wie "Ernste Angriffslust führt zu Geduld". Als Stelen-Deko. Als Hemd- oder Rockmuster. Bei Sabine Groß' Installation "Grammatik Vol 1" in der Münchner Galerie der Künstler (Bundesverband Bildender Künstler) schaut der Besucher echt kariert. In der Ausstellung "Gewand" ist Groß ein spitzen-, halt!, karomäßiger Wurf gelungen: zwischen Witz, wenn etwa Frauchen im klein gewürfelten Rock samt Dackel vor der exakt gleichen Stoffmuster-Wandfolie zu schweben scheint, minimalistischer Kunst-Attitüde, eleganter Raum-Gliederung durch die simplen Diaprojektor-Träger und Aphorismus-Spielen.

<P>Richtige Kleider gibt's natürlich auch zu sehen. Für unser Liebstes, das Auto, einen Karosserie-Overall, den sich Hermann Hiller auch als "Tasche für einen Smart" gedacht hat. Modeschöpferin Susanne Wiebe verpackt bevorzugt frau, wobei vor allem ihre raffinöstischen schwarzen Fummel faszinieren. Damit korrespondiert knatschbunt-fröhlich Hans-Matthäus Bachmayers Model-Formation auf Pappe. Auch bei Silvana Weber, Thomas Barnstein, Jutta Burkhardt und Michaela Meliá´n löst "Gewand" hinterkünftige Humor-Strategien aus. So wird Sexy-Stretch zur kühlen Plastik oder Stuhl samt T-Shirt zum netten Schlaffi von Nebenan.<BR>Simone Dattenberger</P><P>Bis 30. November, Maximilianstraße 42, Telefon 089/ 21 99 600; Katalog: neun Euro. <BR><BR></P>

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