Ein kleines Helles

- Aus dem Kellerkind ist eine Schönheit geworden. Aus behördenähnlichen Studienräumen ein Palazzo der Literatur: Das Lyrik Kabinett, 1989 von Ursula Haeusgen als Buchhandlung gegründet, hat sich zur Bibliothek mit 30 000 Bänden und zum renommierten Veranstaltungsort ausgewachsen. Diesem Wandel entsprechend ist nun das Kabinett aus dem Souterrain im Uni-Philologengebäude an der Schellingstraße ausgezogen, um sich in einem Hinterhof der Amalienstraße in einem umgebauten Atelier niederzulassen.

Wie ein verwunschener Ort liegt es dort. Der Weg zu diesem Schatzkästlein führt durch eine zauberisch blau illuminierte Hofeinfahrt, an den Wänden Gedichte: "ich bin nichts offizielles, ich bin ein kleines helles." Hell und klein breitet sich dann in einem verglasten Schachtel-Bau das Lyrik Kabinett aus. Rollende, platzsparende Archivregale bergen die Bücher, Vitrinen die Raritäten. Bilder von h.c. artmann, Skulpturen von Fritz Wotruba und Eugen Kellermeier, ein Holzschnitt von Georg Baselitz sind Muße für die Augen zwischen den Tausenden Buchdeckeln.<BR><BR>Zentral: der schöne Leseraum mit Podium und Piano. Die guten Geister des Hauses, die Dichter, entrichteten dort bei einer Einweihungsfeier ihre lyrischen Grußworte: "I admire the way you reach for the skys", drückte da etwa Christopher Jenkin-Jones seine Bewunderung aus, die sich auf Ursula Haeusgens Griff nach den Sternen, jedenfalls auf ihr Engagement für die zu kurz gekommene Gattung beziehen lässt.<BR><P>Amalienstraße 83, geöffnet ab 3. März; Di. und Do. 15-21 Uhr und Sa. 11-18 Uhr. Tel. 089/ 34 62 99. <BR></P>

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