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Kleists “Käthchen von Heilbronn“ wird die letzte Inszenierung des Intendanten Dieter Dorn im Münchner Residenztheater. 

Kleists "Käthchen": Dorns letzte Premiere

München - Mehr als 30 Jahre lang hat Dieter Dorn die Münchner Theaterszene geprägt wie kaum ein anderer. Mit Kleists "Käthchen von Heilbronn" verabschiedet er sich als Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels.

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Lucy Wirth über ihre Rolle als „Käthchen von Heilbronn“

Wenn Heinrich von Kleists “Käthchen von Heilbronn“ an diesem Samstag im Münchner Residenztheater Premiere feiert, dann ist das ein großer Einschnitt: Es ist das letzte Stück von Dorn als Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels. Zum Abschied gönnt sich der 75-Jährige selbst noch einmal einen großen Auftritt: Er eröffnet in der Rolle des Kaisers selbst das Stück - hinter ihm ein überdimensionaler Engel. In der Titelrolle ist die Schweizer Schauspielerin Lucy Wirth zu sehen, die erst seit der vergangenen Spielzeit Teil des Ensembles ist.

Zehn Jahre lang stand Dorn an der Spitze des Bayerischen Staatsschauspiels. Die Zukunft von Schauspiel-Stars wie Sunnyi Melles oder auch Rolf Boysen und Cornelia Froboess, die beide einst gemeinsam mit Dorn von den Kammerspielen ans Staatsschauspiel wechselten, ist noch ungewiss. Der neue Staatsintendant Martin Kusej wird bei seinem Antritt entscheiden, wen er behalten will.

“Private Obsessionen interessieren mich überhaupt nicht“

Dorn und sein Ensemble bleiben bei ihrer Abschiedsinszenierung - in der auch Froboess und Melles auf der Bühne stehen - der charakteristischen Dorn-Handschrift treu. Das Schauspiel in fünf Akten dauert mit Pausen ganze fünf Stunden.

“Die Länge ergibt sich aus dem Ernstnehmen des Autors“, sagt Dorn im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Dieses “Ernstnehmen“ heißt für ihn genaue, akribische Textarbeit, für die seine Fans ihn verehren und seine Kritiker ihm fehlende Fantasie vorwerfen. “Private Obsessionen interessieren mich überhaupt nicht“, sagt Dorn. Für ihn komme erst der Text, dann die Schauspieler und erst dann der Regisseur. Obwohl alle wüssten, dass es das letzte gemeinsame Stück ist, komme noch keine Wehmut auf, betont Dorn. “Wir arbeiten trotzdem vergnügt und mit Freude an diesem großen Gegenstand.“

dpa

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