Klingendes Training

- Na, sind Sie schon fit für den Sommer? Oder finden sich da vielleicht noch immer ein paar Gramm zu viel vom hartnäckigen Winterspeck auf den Hüften? Kein Problem, denn für den schnellen Weg zur Traumfigur gibt es ein einfaches Rezept: Sport. Im Rahmen des Münchner ADEvantgarde Festivals für Neue Musik haben sich nun auch vier Komponisten des Themas Sport angenommen und ihre Akteure zum Training in die Reaktorhalle geschickt, die eigens für diesen Zweck zum Stadion umfunktioniert wurde. Anstelle der üblichen Sitzreihen haben sich die Regisseure Nilufar Katharina Münzing und Ulf Goerke für die vier Sportopern den kompletten Raum mit Rasen auslegen lassen, auf dem die Schauspieler, Tänzer und Sänger der Theaterakademie ihrer Spielfreude freien Lauf lassen konnten.

Nachdem Komponistin Jasna Velickovic zu Beginn mit ihren "472/XI Variations" noch einmal den olympischen Geist heraufbeschwor, entführte Helga Pogatschars satirische "Manöverkritik" das Publikum ins Fitness-Studio. Und dort ist Dabei-sein eben doch nicht alles. Schließlich will man sich ja für die Partnersuche in Form bringen. Und so geht es auf der Jagd nach dem perfekten Body zu den verfremdeten Klängen des Radetzky-Marsches zum schweißtreibenden Powerstepp-Workout. Denn dass Sport sexy macht, das wissen wir nicht erst seit David Beckham und Anna Kournikova.<BR><BR>Die hüllenlose Performance von Moniek Darge und Godfried-Willem Raes - die durch Bewegungssensoren ihr M+M Robot Ensembles zum Klingen brachten - dürfte dagegen auf viele der Zuschauer ebenso befremdlich gewirkt haben wie auf die vier Außerirdischen, die sich in "Martian Anthropology 4.5.6" ins sportliche Treiben mischten. Die adäquaten surrealen Worte und Töne dazu stammen von Mark Applebaum. Dessen Musik wurde von Ulrich Nicolai und dem Ensemble piano possibile ebenso engagiert umgesetzt wie Markus Muenchs Kung-Fu-Oper "Chong-He Chi", die den Abend schließlich in meditativer Ruhe ausklingen ließ.<BR>

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