Knorriger Typ mit Donnerstimme

- Er war "Des Teufels General", der "Hauptmann von Köpenick" und die Stimme von Humphrey Bogart, Robert Mitchum und anderen: Carl Raddatz, der am Mittwoch im Alter von 92 Jahren starb, war einer der letzten großen Ufa-Stars der Vorkriegszeit, der es auch nach 1945 noch zu großer Popularität brachte. Aber auch das Theater war jahrzehntelang sein Zuhause.

So sah man Raddatz Arm in Arm mit Carl Zuckmayer bei den Berliner Festwochen 1964 nach der Premiere des "Hauptmanns von Köpenick", eine der Paraderollen des am 13. März 1912 in Mannheim geborenen Schauspielers mit der donnernden "Berliner Schnauze". Raddatz war jahrzehntelang einer der Stars im Berliner Schiller-Theater - unter anderem als Zuckmayers "Des Teufels General" und als Pozzo in Samuel Becketts "Warten auf Godot". Die Arbeit war immer sein Motor. Aber in die moderne Theaterszene, das merkte er selbst, passte ein Raddatz "von altem Schrot und Korn" nicht mehr. <BR><BR>Er drehte viele bekannte Ufa-Filme wie "Immensee" oder "Unter den Brücken" und nach dem Krieg "Rosen im Herbst" oder "Das Mädchen Rosemarie". Ein dunkles Kapitel waren einige seiner frühen NS-Filme. In der "herrlichen Ufa-Zeit" von 1937 bis 1945, die er mit der späteren Phase am Berliner Schiller-Theater zu den schönsten Jahren seines Lebens zählte, spielte er in "Wunschkonzert" als "Muntermacher" für die Wehrmacht. Ein anderer Propagandafilm war "Stukas", später als "martialische Luftwaffen-Hymne" attackiert. "Ich war kein Nazi und komme sogar aus einem eher roten Elternhaus", so später Raddatz' Kommentar.<BR><BR><BR>

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