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König einen Winter lang

- Kaiser Heinrich II. hat es vorgemacht, der Maler Grünewald ist auf gutem Weg, es ihm gleichzutun, im nächsten Jahr ist Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz an der Reihe. Im vergangenen Sommer lockte Heinrich genau 205 598 Besucher in die Bayerische Landesausstellung in Bamberg - eine Rekordzahl. Für die Winterschau "Das Rätsel Grünewald", die seit gut zwei Wochen und noch bis zum 28. Februar im Aschaffenburger Schloss Johannisburg läuft, interessierten sich bislang 6000 Gäste. Nun sind die Organisatoren des Hauses der Bayerischen Geschichte zuversichtlich, dass Friedrich V. als zentrale Figur der Landesausstellung 2003 in Amberg eine ähnliche Anziehungskraft ausübt. In München stellten sie ihre Pläne für die Exposition "Der Winterkönig" vor. Vom 9. Mai bis zum 2. November macht sie das Amberger Stadtmuseum zum Hort hochkarätiger Exponate.

<P>Den Spottnamen "Winterkönig" verdankt Friedrich seiner kurzen Herrschaft über Böhmen. 1619, nachdem die böhmischen Stände sich im Jahr zuvor durch den Prager Fenstersturz von der Herrschaft der katholischen Habsburger befreit hatten, ließ sich der Protestant Friedrich im Veitsdom zum böhmischen König krönen. Länger als einen Winter wird sich der Junge - Friedrich war damals gerade 23 Jahre alt - nicht auf dem Thron halten können, lästerten seine Gegner. Und sie behielten Recht. Die Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg 1620 beendete Friedrichs Regierungszeit.</P><P>Faszinierender Verlierer</P><P>Der Winterkönig sei eine "Verliererfigur", sagte der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Claus Grimm, und doch so interessant wie kaum eine andere historische Persönlichkeit aus der oberen Pfalz. Denn Friedrich V. zeige die enge Verbundenheit seiner Region zur europäischen Geschichte auf. So war er mit der englischen Königstochter Elizabeth Stuart, einer Enkelin von Maria Stuart, verheiratet. Nach dem Gastspiel auf dem böhmischen Thron floh das Paar ins Exil nach Holland.</P><P>Das erklärt auch, dass in der Amberger Ausstellung Leihgaben aus ganz Europa zu sehen sein werden. Aus dem Hradschin in Prag kommt das Krönungsornat Friedrichs, aus den Räumen der königlichen Familie in Den Haag wandern kostbare Gemälde nach Amberg. Auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Ungarn, Österreich und die USA steuern Exponate bei. Wegen der Rolle, die Friedrich in der böhmischen Geschichte spielt, sind die Texte der Landesausstellung erstmals zweisprachig, und zwar in Deutsch und Tschechisch.</P><P>Für die Präsentation wurde das mittelalterliche Amberger Stadtmuseum eigens durch einen Neubau ergänzt. Die Ausstellungsfläche verdoppelte sich dadurch auf 1600 Quadratmeter. Und auch außerhalb des Museums können sich die Besucher weiter mit dem Winterkönig beschäftigen. In Amberg wird schon einmal ein "Friedrich-Weißbier" gebraut. <BR></P>

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