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Die Königin ist zurück

- Wie lächerlich es ist, dass alle Welt Liza Minnelli in diesen Tagen vor ihrem 60. Geburtstag als "Show-Monument" bezeichnet, zeigt sich bereits auf dem ersten kurzen Weg vom Vorhang bis zur Mitte der Bühne: So bewegt sich doch kein Monument. Die Minnelli trippelt, dreht sich, boxt, strahlt zum Tusch, und als sie im Rampenlicht der Philharmonie angekommen ist, bedarf es keiner anderen Beweise mehr: Liza Minnelli, die vielleicht größte Bühnen-Entertainerin überhaupt, ist wieder da - und sie hat nichts verlernt.

"I can see clearly now", der erste Song im ersten Deutschlandkonzert, gleicht einer Kampfansage zum Calypso-Schwung. "Schmackes", jetzt fällt einem auch das merkwürdige Wort wieder ein, nach dem man gesucht hat, seit die Diva ihr "Wohnzimmer" betreten hat. Liza Minnelli hat immer noch Schmackes, auch in der Stimme, der sie doch so viel zugemutet hat in ihrem Lotterleben. Noch vor fünf Jahren hätte sie wohl selbst mehr geglaubt, je wieder singen zu können, so schlimm stand es um sie.

Natürlich haben die Krankheiten Spuren hinterlassen. Doch es spricht für die Künstlerin, dass sie sich nichts daraus zu machen scheint, ein wenig kurzatmiger geworden zu sein. Minnelli freut sich offensichtlich, dass sie endlich auch die raubeinige Berliner Vermieterin aus ihrem größten Erfolg "Cabaret" singen kann, die den großen Ungerechtigkeiten des Lebens ein beseeltes "Na und?" entgegenschleudert. Für Eitelkeiten hat sie jetzt keine Zeit mehr: Immer wieder greift sie beherzt zum Handtuch. "Ich mache doch Werbung für Make-up", meint sie und zeigt lachend das schweißgetränkte Frottee: "Hier ist es!"

Neckische Balladen

Die musikalische Palette ist breit, und natürlich ist Minnelli nicht nur auf ältere Damen abonniert, ganz im Gegenteil: Wenn sie neckisch das Knöpfchen vom Pailletten-Jackett öffnet, sich nach "The man I love" sehnt und sich in der alten englischen Ballade frivol durch mehrere Betten nach "London Town" durchschlägt, dann zeigt sie glaubhaft, wie wichtig sie für Nachfolgerinnen wie Madonna war. Sie singt die größten Erfolge aus "Cabaret", Songs aus Filmen ihres Vaters, des Regisseurs Vincente Minnelli, und von Charles Aznavour, dabei immer stolz darauf, "was für wunderbare Musik man in den Jahren für mich geschrieben hat".

Ein weiteres Talent hat Liza Minnelli nicht verloren: Ihre Show ist bis ins Letzte durchkonstruiert, und dennoch vermittelt sie eine Wärme und Zuneigung für ihr Publikum, die dieses nur begeistert zurückgeben kann. Man hört junge Damen "We love you!" rufen, und Liza Minnelli antwortet ehrlich gerührt: "Oh, I love you too!" Alle haben die Königin des Tingeltangel vermisst. Dass sie noch so begeistern kann, hätten aber vermutlich die wenigsten gedacht.

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