Komikklassiker

- "Du hast die deutsche Sprache, den deutschen Humor und damit den deutschen Menschen verändert, veredelt. Was wäre Deutschland ohne Loriot? Es wäre wie Bayreuth ohne Wagner. Wie ein einsichtiger Kritiker einmal sagte, bist Du längst ,nationales Allgemeingut wie Goethe und Schiller" ". Diese Hommage schreibt Verleger Daniel Keel seinem großen Autor und Freund Vicco von Bülow/ Loriot.

<P>In einer zum 80. Geburtstag des Allroundkünstlers herausgegebenen "Chronik unerhörter Begebenheiten aus dem Leben des Vicco von Bülow" versammelt der Zürcher Verleger eine Reihe von Texten illustrer Autoren. Darunter auch einige des Jubilars selbst. Hier nun einige Zitate aus den Würdigungen.<BR><BR>Robert Gernhardt über den "Komikklassiker": Laut Georg Christoph Lichtenberg ist ein Buch ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausschauen. Das lässt sich aktualisieren und auf Bildschirm und Leinwand übertragen: Hätten da laufend Affen hineingeschaut, hätte kein Loriot herausschauen können. Er hat es aber getan, und das glücklicherweise nicht zu knapp, was Rückschlüsse auf das Publikum und den oft gescholtenen, wenn nicht gar negierten Humor der Deutschen sowie ihrer deutschlachenden Nachbarn zulässt: Ich finde, auch er hat an Loriots Jubeltag einen kleinen Applaus verdient.<BR><BR>Günther Jauch : Das hat mir immer gut gefallen, dass Loriot im Grunde etwas Zersetzendes, oft "die Stützen der Gesellschaft Zersetzendes" hatte und insofern seinen Humor immer systemwidrig, aber gleichzeitig subkutan unter die Leute gebracht hat.<BR><BR>Peter Wapnewski : Um es mit einem Wort zu sagen: Bülow ist die Inkarnation der allem Lernen vorausgehenden Forderung, "ridens dicere verum", im Lachen die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit dem Lachen preiszugeben. Im Lachen die Wahrheit enthüllen.<BR><BR>Walter Jens : Loriot ist ein Mann, der die Dinge beim Namen nennt, aber in keinem Augenblick der Beliebigkeit verfällt. Die Zeit, die er spiegelt, ist vergangen, die Probleme bleiben.</P><P><BR> Loriot, Daniel Keel: "Loriot und die Künste". <BR>Diogenes Verlag, Zürich. <BR>204 Seiten, 19, 90 Euro.<BR><BR></P>

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