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Bayreuther Festspiele: Was für ein Staatstheater!

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München - Bayreuth ohne die Wagners? Tatsächlich könnte das bald Realität werden. Katharina Wagners Vertrag läuft aus und das Kultusministerium schickt sich an, den Grünen Hügel zum Staatstheater zu machen. Ein Kommentar von Markus Thiel.

Geschafft. Der Premieren-Zyklus ist im Kasten, alle Produktionen wurden einmal gezeigt, das Flügelschlagen um Türen knallende Pultstars hat sich gelegt. Und wieder haben die Bayreuther Festspiele der Salzburger Parallelveranstaltung gezeigt, wie man mit Dingen abseits der Kunst anderen die Schau stehlen kann. Wobei: Eine grandiose Dirigenten-Entdeckung im „Parsifal“ – mit solchem können die bräsigen Salzburger heuer (noch) nicht wuchern.

Dass hinter den Kulissen an Weichenstellungen für den Grünen Hügel gearbeitet wird, ist kein Geheimnis. Bis 2020 läuft der Vertrag von Katharina Wagner. Die Stimmung, das bestätigen Sänger und Musiker, ist schlecht. Etwas ist dort oben aus dem Ruder gelaufen. Die Chefin, so sympathisch geradlinig und experimentierfreudig sie sein mag, fängt das nicht auf. Immer mehr Beteiligte können sich daher ein Festival ohne die Wagners vorstellen.

Unter denen ist, so besagt ein hartnäckiges Gerücht, Toni Schmid. Der ist zweiter Mann im Kunstministerium, Vorsitzender des Festspiel-Verwaltungsrats und Duzfreund des Münchner Opernintendanten Nikolaus Bachler. Offenbar gibt es Bestrebungen, Bayreuth zu einem weiteren Bayerischen Staatstheater zu erheben. Ein alter Plan, der gar nicht so übel ist, einiges professionalisieren, vor allem finanziell absichern könnte. Dass dafür der dann 70-jährige Bachler als Chef gehandelt wird, ist hoffentlich nur ein bizarrer Witz. „Kinder, schafft Neues“ – auch in diesem Fall empfiehlt es sich, auf Richard selig zu hören.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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