Klage gegen Konzertsaal-Wettbewerb

Kommentar: Kulturkrampf um Braunfels

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Bayern und Braunfels, der Freistaat und der Architekt werden wahrlich keine Freunde mehr. Was aktuell in der Klage gegen den Planungswettbewerb passiert, hat ein Geschmäckle. Ein Kommentar von Markus Thiel.

Architekt Stephan Braunfels und der Freistaat werden keine Freunde mehr. Erst seine Prozesse im Streit um die Pinakothek der Moderne und das Brandhorst-Museum, später das Votum gegen den auch von ihm favorisierten Konzertsaal-Standort Marstall, bei dem es bewusste Fehlinterpretationen staatlicherseits gab – und nun die Klage gegen den Planungswettbewerb für die endgültige Variante Werksviertel. Emotionen sind da im Spiel, aber auch ein paar Körnchen Wahrheit.

Dass Braunfels im aktuellen Fall teilweise Recht gegeben wurde, ist eine Ohrfeige für die Verantwortlichen. Die mögen ihn als öffentlichkeitssüchtigen Querulanten abtun. Doch seine Vorstöße erfolgen teilweise zurecht. Beim Wettbewerb für den Konzertsaal, der nun im hohen Tempo durchgepaukt wird, sind offenkundig einige Unschärfen passiert. Dass zudem mit Braunfels ein Kulturkämpfer, der sich seit langem nicht nur mit der Münchner Saalfrage auseinandersetzt, an der Endausscheidung nicht teilnehmen darf, hat ein Geschmäckle.

Wenn diese Klage den Baubeginn tatsächlich verzögert, wäre das eine weiterere schwarze Pointe der überlangen Saal-Geschichte. Der Freistaat hätte ein passendes Rezept dagegen gehabt: Braunfels einfach einzuladen.

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