Kommentar: Moral ist nicht teilbar

- Da mag der eine oder andere fragen: Eine Preisverleihung postum - macht das Sinn? Das gegenwärtige politische Klima gibt die Antwort: Ja, dieser Preis für die im Putin-Land ermordete Anna Politkowskaja kommt genau im richtigen Moment.

Denn im Blätterwald rauscht es derzeit vor Mahnungen: Man solle die Moral nicht über die Politik stellen; Deutschland dürfe es sich nicht verderben mit jenen, die an Öl-, Gas- und weiteren Wirtschaftshähnen sitzen. Aber - und das ist ziemlich unbequem - Moral ist nicht teilbar. Das war sie nicht 1933, als das politische Ausland Hitler hofierte - aus welchen Gründen auch immer. Und das ist sie heute nicht, da der russische Petrol-Zar seine politischen Gegner per Gewalt ausschalten lässt - wie gerade Garri Kasparow. Der Scholl-Preis für Anna Politkowskaja macht erneut bewusst: Es ist was faul im Staate Russland. Wer von den Politikern dazu schweigt, macht sich mitschuldig.

Sabine Dultz

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