Komponierter Witz

- Der französische Filmregisseur Philippe de Broca, ein Meister flotter Abenteuerfilme und Gaunerkomödien, ist tot. Der Regisseur starb am Freitag im Alter von 71 Jahren im Krankenhaus von Neuilly an Krebs. Jean-Paul Belmondo hatte mit de Broca Erfolge wie "Abenteuer in Rio", "Le Magnifique" und "Cartouche - Rächer der Armen" gedreht. Der Spaßvogel der "Neuen Welle", wie de Broca wegen seiner vor allem unterhaltenden Streifen genannt wurde, arbeitete in seiner 40-jährigen Karriere mit Stars wie Yves Montand, Philippe Noiret, Catherine Deneuve und Jeanne Moreau zusammen.

<P>"Ich fordere das totale Recht auf Oberflächlichkeit", erklärte der Regisseur einmal. Der aus dem französischen Kleinadel stammende Philippe de Broca de Ferrussac verspottete James Bond, suchte die komische Seite des Abenteuerfilms und zelebrierte Gaunerkomödien und Kostümfilme. Um zu seinem Motto "Spaß zuerst" zu kommen, musste der 1933 in Paris geborene de Broca erst durch die Hölle des Krieges gehen. </P><P>In Algerien habe er als Kameramann der Armee "die Dummheit und grenzenlose Gewalt" kennen gelernt, sagte de Broca. Als Assistent Claude Chabrols fand de Broca dann das Rezept für seinen Erfolg: den genial durchkomponierten Witz. "Ich bin verzweifelt, aber ich liebe das Leben."</P><P>Den großen Durchbruch brachte 1961 "Cartouche der Bandit". "Abenteuer in Rio" (1963) wurde eine wahre Goldgrube. Es folgten Kassenschlager wie "Ein verrücktes Huhn" und "Le Magnifique". Die Romanverfilmung "Vipre au poing" (Viper in der Faust) ist derzeit in Paris ein Kassenschlager. </P>

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