Konzentrierte Heiterkeit

- Egal wie die Wahl in den USA ausgehen wird, Amerika und Europa müssen zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel dafür gaben das Dave Brubeck Quartet, die Klavier spielenden Brüder Anthony & Joseph Paratore und das Bach Collegium München unter der eigenwilligen Taktstockführung von Russell Gloyd in der Münchner Philharmonie mit "From Bach to Brubeck".

<P>Für alle Beteiligten nicht die erste Begegnung, so gesehen können das Bach Collegium und die Paratores keineswegs als "Vorgruppe" zum Auftritt Brubecks bezeichnet werden. Mit ihrer Interpretation von Bachs Konzert für zwei Klaviere BWV 1060 führten sie in ein wohlüberlegtes Programm ein, das zwar im Eröffnungssatz noch behäbig anmutete. Im Adagio dominierte lyrische Transparenz, die sich am Ende in ihrer Klangstruktur schon der von Jacques Loussier näherte. Im Finale war dann Bach fast schon verjazzt.<BR><BR>Bei Dave Brubecks "Points of Jazz" gingen die Paratores und das Bach Collegium vollends aus sich heraus und bewiesen, dass sie in vielen Bereichen des Jazz, vom Ragtime bis Blues zu Hause sind. Die Adaptionen und Parodien dieser Suite präsentieren sie mit Humor und einem erstaunlich flexiblen Rhythmusgefühl. Dave Brubeck live und sein legendäres Quartett (Robert Millitello, Sax, Flöte; Randy Jones, Schlagzeug und Michael Moore, Bass) ließen sich nach der Pause mit einer "Jazz Selection" hören. 84 Jahre wird der Meister am 6. Dezember. Ein wenig wackelig darf da sein Gang schon sein, doch seine schlanken, fast knochigen Hände sind immer noch geläufig. Er selbst sitzt mit konzentriert-verschmitzter Heiterkeit am Flügel.<BR><BR>Für die Verschmelzung von Jazz und konzertanter Musik stets offen, lief Brubeck mit dem Bach Collegium bei "Unsquare Dance", "Brandenburg Gate, Revisited" und insbesondere beim mit den Paratores gespielten "Blue Rondo à` la Turk" zu Hochform auf. Natürlich fehlte nicht "Take Five". Standing Ovations für eine Legende.</P><P> </P>

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