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Die Rocker von Foreigner.

Konzert: Foreigner beim Tollwood

München - Foreigner zu Gast beim Tollwood in München. Auch wenn nur noch ein Originalmitglied der Band auf der Bühne des Festivals stand: Schiefgehen kann bei diesen Hits ohnehin nichts.

Die Marschrichtung des Abends gab schon der Mann vom Supportact vor: „Jetzt reiß ma d'Hüttn ei“, kündigte der famose Regensburger Mathias Kellner an – und legte die Lunte für einen explosiven Rockabend mit den alten Haudegen von Foreigner im statisch gottlob stabilen Musikzelt auf dem Tollwood. Bühnenviech Kellner spielte mit seiner Band die Singer-Songwriter-Stücke aus seinem Debütalbum „This Ocean Life“ diesmal so elektrisch, so „plugged“, so mitreißend, dass man sich keinen besseren Anheizer hätte wünschen können für Foreigner, die quietschlebendigsten Untoten des 70er- und 80er-Rock.

Bilder vom Konzert

Foreigner beim Tollwood: Ein Rock-Erlebnis

Eigentlich müsste man sich ja fürchten vor dem, was da auf einen zukommt. Nur noch ein Originalmitglied bei Foreigner, Mick Jones (64), last man standing, der mit grauer Cabriofrisur daherkommt wie ein emeritierter Ministerialdirektor beim Wandern im Bayerischen Wald. Aber, wie schon beim Tollwood 2007, bewiesen die teilweise leicht fossilierten Herrschaften: Nicht mehr original, aber immer noch beinahe original gut.

Der „neue“ Sänger Kelly Hansen (auch schon seit 2005 dabei), 16 Jahre jünger als Jones und deshalb noch mit Hardrock-Vollbehaarung, ist ein bemerkenswert guter Ersatz für den desertierten Lou Gramm, erinnert optisch an Aerosmith' Steven Tyler, nur ohne explodierte Lippe. Hansen „singt sich den Arsch ab“ (Jones) und kraxelt munter auf den Bühnengerüsten herum. Drummer Brian Tichy, Nachfolger von Jason Bonham, schiebt unnachgiebig an – und mit einem Hit-Sperrfeuer von „Cold As Ice“ bis „Double Vision“ kann eh kaum was schiefgehen. Wandersmann Mick Jones und seine Jungs sind durchaus noch gut zu Fuß.

von Jörg Heinrich

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