Konzert fürs Cuvilliéstheater

- Stefan Schilli, seit 15 Jahren Solo-Oboist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, ist zwar in Offenburg, also im badischen Teil von Baden-Württemberg geboren, doch zu Francois de Cuvilliés, dem Erbauer des Münchner Rokokotheaters, hat der Wahlmünchner eine besondere Beziehung: "Natürlich war ich im Cuvilliéstheater mehrfach als Konzertbesucher, bevor es für die Umbauarbeiten geschlossen wurde.

Aber außerdem wohne ich in München in der Cuvilliésstraße. Das hat sich zufällig so ergeben, aber ich bin froh, dass ich da eine Wohnung gefunden habe." Das Rokoko-Juwel wird derzeit bis Juni 2008 grundsaniert. Das kostet, und nur durch das Zusammenwirken von Staat, Bürgern und Privatwirtschaft ist die Finanzierung gesichert. Das speziell dafür gegründete Comité Cuvilliés organisiert zahlreiche Benefizveranstaltungen.

Auch das Symphonieorchester des BR macht mit und gibt am kommenden Sonntag um 20 Uhr unter Leitung von Mariss Jansons im Prinzregententheater ein Konzert. Da wird Stefan Schilli als Solist mit dem Konzert für Oboe und kleines Orchester von Richard Strauss zu hören sein. Mit dabei ist außerdem noch Juliane Banse, die Strauss’ "Vier letzte Lieder" singt. Gerade ist der 37-jährige Schilli von einem Sologastspiel aus Kanada zurückgekehrt. Er liebt solche Ausflüge: "Über die Orchesterarbeit hinaus habe ich noch viele so-listische Verpflichtungen, die ich sehr wichtig finde.

Es ist eine gegenseitige Befruchtung und tut auch dem Orchesterspielen wieder gut. Umgekehrt nehme ich meine Erfahrungen aus dem Orchester mit in meine solistischen Auftritte." 21 Jahre war Schilli alt, als er zum Orchester kam. 1996 errang er einen zweiten Preis beim ARD-Musikwettbewerb, einen ersten gab es damals nicht. Mittlerweile saß er dort selbst schon als Juror: "Das hängt von ganz kleinen Dingen ab, ob man wirklich ganz vorne mit dabei ist. Ich glaube, dass das letztlich für eine Musikerlaufbahn nicht so wahnsinnig ausschlaggebend ist. Wichtiger ist, wie kontinuierlich man seinen Weg verfolgt, Projekte angeht, sich weiter mit Musik beschäftigt."

Mit Blockflöte fing Schilli an, doch bereits für den Zwölfjährigen stand damals fest: Er wird Oboist. "In der Schallplattensammlung meiner Eltern fanden sich auch Bachs Brandenburgische Konzerte. Im ersten und zweiten sind Oboen besetzt, und da gab es eine Aufnahme aus den 50er- Jahren mit Festival Strings Lucerne und Helmut Winschermann als Oboist, die haben mich so angesprochen, dass ich das unbedingt lernen wollte." Wichtig ist für Schilli die Bandbreite vom Barock bis zur Moderne. Für ihn ist es geradezu eine Verpflichtung sich mit der zeitgenössischen Musik zu beschäftigen.

Seit 2004 gibt er sein Wissen auch als Professor am Salzburger Mozarteum weiter. Seine mannigfaltigen Aktivitäten empfindet er keineswegs als Stress, im Gegenteil, vieles genießt er. "Für mich ist das dann schon wieder eine Art Entspannung in der Spannung. Ich geh oft aus Konzerten und Proben raus und bin schon wieder ganz relaxt und entspannt."

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