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Konzert-Kritik: Giora Feidman und Gitanes Blondes im Brunnenhof

München - Giora Feidman und Gitanes Blondes haben im Brunnenhof einen Begeisterungssturm entfacht. Es standen fünf fantastische Künstler auf der Bühne, die sich bestens verstehen. Die Kritik.

Und plötzlich nehmen die vier Musiker das Publikum mit auf eine rasante Autofahrt. Der Kontrabassist gibt Gas. Da biegt schon die Polizei mit gegeigter Sirene um die Ecke. Mit Gitarre und Ziehharmonika geht’s im voll besetzten Brunnenhof der Münchner Residenz auf wilde Verfolgungsjagd („Bonanza“), die in einem Begeisterungssturm endet.

Das Besondere: Der eigentliche Stargast am Freitag sitzt in dem Moment hinter den Musikern, lacht und genießt. Auch sonst lässt er sie machen. Giora Feidman, in Argentinien geborener jüdischer Klarinettist und feinhumoriger Klezmer-Star, ist nicht mit den Gitanes Blondes als Begleitband gekommen. Da stehen vielmehr fünf fantastische Künstler auf der Bühne, die sich bestens verstehen. Feidman hatte das Münchner Ensemble 2010 kennengelernt. Nun folgt eine musikalische Weltreise bei Prachtwetter. Bekannte Melodien sind zu hören, Traditionelles aus Israel, Chile, den USA, mehrmals unterstützt von einem wunderbaren Publikumschor („Donna Donna“).

Niemand lacht und tanzt mit seiner Klarinette so schön wie Feidman

Ein Windhauch zu Beginn: Feidman entlockt seiner Klarinette zarte Töne. Schon bald führt er die Melancholie ins Positive, Helle, Balkaneske, Keltische. Zwischen diesen Polen wechseln sie die nächsten zwei Stunden regelmäßig. Was für eine Spielfreude! Niemand lacht und leidet, tanzt und träumt mit seiner Klarinette so schön wie Feidman. Er kann wahrlich Kulturen versöhnen. Am Vortag erst sei er aus Israel gekommen: dort Terrorismus, hier Frieden. Letzteres wünsche er der ganzen Welt, sagt er und haucht „What a wonderful World“. Im April 2016 will er im Prinzregententheater seinen 80. Geburtstag nachfeiern.

Marco Mach

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz (Archiv)

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