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Olly Murs gastierte in der Olympiahalle.

Kreischalarm beim blonden Sonnyboy

Konzert-Kritik: Olly Murs weiß, was Mädels gern hören

München - "Ich habe mich in euch deutsche Mädels verliebt", süßholzraspelte Olly Murs in der Olympiahalle. Kreisch! Die Konzert-Kritik.

Was muss das für ein Gefühl sein: Als junges Mädel, 14, 15 Jahre alt, die erste Reihe in der Olympiahalle erkämpft – und dann lehnt sich ein Sonnyboy wie Olly Murs zu dir herunter und ruft: „Ich habe mich in euch deutsche Mädels verliebt.“ Kreisch!

Der Brite weiß, was Teenie-Mädels hören wollen. Leider wissen die nicht immer so genau, was er hören möchte. So mancher Versuch des 31-Jährigen, die Masse seine Texte singen zu lassen, misslingt. Dafür aber: Hände in die Höhe, mitgetanzt.

In Verbindung mit Pubertätsschüben und dem ersten Sommertag der Woche ergibt das am Mittwoch eine süßlich-beißende Duftwolke, die wabernd durch die Halle zieht. Der Einzige, der an diesem Abend nicht ins Schwitzen zu kommen scheint, ist der blonde Charmeur auf der Bühne. Komplett in Schwarz gekleidet wirft er sich im heißen Scheinwerferlicht in coole Posen, reckt immer wieder die Faust siegessicher in die Höhe. Dass er die Halle nicht voll bekommen hat? Egal. Professionell wie sein Vorbild Robbie Williams, für den er schon – das betont er stolz immer wieder – Vorband war, tut Murs so, als wäre das hier nicht die halb gefüllte Olympiahalle, sondern ein großes Stadion. Spricht die Münchner denn auch ständig mit „Germany“ an. Größer denken!

Und weil seine Songs durch das Radio schon etwas durchgenudelt sind, ist er sich auch nicht zu schade, anderer Leute Klassiker zu singen. Dazu die Tanzeinlagen, mit denen er selbstironisch sämtliche Boyband-Mitglieder der Welt karikiert – das hat Witz und macht Spaß. Nach eineinhalb Stündchen und einer Zugabe ist’s dann aber auch gut. Mädels, ab nach Hause zum Duschen. Und Handyvideos angucken. Quietsch!

Katja Kraft

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