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AnnenMayKantereit.

Konzertkritik

AnnenMayKantereit: Die Traum-Mitbewohner

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AnnenMayKantereit präsentieren sich im ausverkauften Zenith. Hier gibt‘s die Konzertkritik. 

Die Wohnung renovieren, abends feiern, mit großem Kater und kleinem Liebeskummer aufwachen. Es sind die banalen Dinge aus dem Alltag von vier jungen Großstadtburschen, über die AnnenMayKantereit singen. Das ist vielleicht nicht besonders tiefgründig, auch kein musikalisches Neuland, aber immer ehrlich. Damit treffen die Kölner ganz offensichtlich den Nerv einer Generation. Mittlerweile singen tausende Fans im ausverkauften Münchner Zenith die Zeilen von „Barfuß am Klavier“ – und das, obwohl das Gründungstrio noch vor wenigen Jahren in der Kölner Fußgängerzone improvisierte.

Der Aufstieg der Schulfreunde ist bemerkenswert. Der mittlerweile vergriffene erste Tonträger „AMK“ entstand in Eigenregie, bekannt wurden die Musiker vor allem durch die Live-Aufzeichnungen auf ihrem Youtube-Kanal. So bekannt, dass die ersten größeren Konzerthallen ausverkauft sind, bevor überhaupt ein professionelles Studio-Album auf dem Markt war. Trotzdem tadelt Sänger Henning May mit dem Stück „Du bist überall“ auch in München leidenschaftlich all diejenigen, die ihr Konzert vornehmlich durch den Kameramodus am Handy verfolgen. Er erntet viel Jubel – aber als er das Radio-erprobte „Pocahontas“ anstimmt, sind die Smartphones für eine digitale Erinnerung schon wieder über den Köpfen.

Musikalisch leben AnnenMayKantereit von der Stimme ihres Frontmannes. Henning May schmettert seine kleinen Alltagsgedichte mit einer Röhre in den Saal, als hätte er drei Schachteln Roth-Händle gefrühstückt – ganz egal, ob er seinem Vater eine Dankeshymne widmet oder den Beatles-Klassiker „Come together“ neu interpretiert. Dazu tanzbare Gitarrenklänge und Zeilen wie: „Ich würd’ gern mit dir in ’ner Altbauwohnung wohn’. Zwei Zimmer, Küche, Bad und ’n kleiner Balkon.“ Es gäbe bestimmt schlimmere Mitbewohner.

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