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Konzertkritik

„Beth and Win“: Beth Ditto disco-rockt die Muffathalle

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Von dieser Sprachlehrerin lernt man gern. Beth Ditto, US-Popheldin mit „Size Hero“, glänzte in der ausverkauften Muffathalle nicht nur mit furiosem Discorock, sondern auch mit amüsanten Deutschkenntnissen.

Weil ihre Vorfahren von hier stammen, plauderte sie sich fremdsprachig durch den Abend. Die Ex-Sängerin von Gossip fluchte wie eine Bierwagenfahrerin, lobte sich selbst als „heißer als ein Eis“, und feuerte sich tatkräftig an: „Was geht, Meeeeedschen?“ Antwort: Es ging eine ganze Menge mit dem tollen Meeeeedschen aus Arkansas.

Wenn Beth Ditto mit Bienenkorbfrisur und im silbernen Paillettenkleid auf die Bühne kommt und mit „Oh my God“ losstürmt, liegt der Gedanke nahe: Oh mein Gott, eine glitzernde Discokugel! Bloß: Nach ein paar Textzeilen interessiert keinen mehr, ob hier 95 oder 59 Kilo so fantastisch singen. Die Ditto könnte die Muffathalle mit ihrer Soulstimme wahrscheinlich auch ohne Mikrofon beschallen.

Es gibt so viel zu sehen, zu hören, zu staunen, dass kaum auffällt, dass die Songs ihres Soloalbums „Fake Sugar“ längst nicht so brillant sind wie einige Hits von Gossip. Egal – München tanzt! „Mein Vater liebte die verdammten Bee Gees“, verrät sie, und das hört man, genau wie Anleihen bei „Smooth Criminal“ und „Another One bites the Dust“. In Sachen Politik hält sich die LGBT-Aktivistin zurück, ihre Version der 80er-Regenbogenhymne „A little Respect“ von Erasure genügt als Statement. Am Ende dann noch mal Gossip, „Heavy Cross“ ist der Song, auf den alle gewartet haben. Ein toller, schweißtreibender Abend. Fazit, frei nach einem Internet-Wettbüro: „Beth and Win“.

Jörg Heinrich

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