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25 Jahre nach ihrer Gründung haben "Die Prinzen" ihre Jubiläumstour gestartet.  

Jubiläumstournee

"Die Prinzen": So war der Tourauftakt in München

München - „25 Jahre auf Bewährung“ ist ein hübscher Titel für die Tour zum entsprechenden Geburtstag einer Band. Die Prinzen, erstes gesamtdeutsches Pop-Wunder, starten diese Reise in München und sind sichtlich erleichtert, dass ihr Rezept aus eingängigen Melodien und heiter-hintersinnigen Texten immer noch funktioniert.

Zur Sicherheit hat man für erste Lacher gleich mal Perücken aufgesetzt, die den Frisuren-Albtraum der frühen 90er-Jahre imitieren. Zwei Stunden später jubelt das Publikum in der sehr gut gefüllten Philharmonie im Stehen, und die Prinzen wirken aufrichtig angetan. Pflichtgemäß haben sie ihre Hits abgearbeitet, und nicht jeder davon hat die Zeit so richtig gut überstanden. Weshalb die Prinzen beispielsweise 1991 mit ihrer Debütsingle „Gabi und Klaus“ sofort Erfolg hatten, mag sich einem in der Rückschau nicht mehr recht erschließen. Muss es auch nicht, wenn „Millionär“ erklingt oder „Du musst ein Schwein sein“ zündet das immer noch. Auch, als die fünf Herren aus Leipzig zwischendrin über ihr eigenes Werk singen „Es hat nicht so’n Niveau wie Bertolt Brecht, doch es war nicht alles schlecht.“ Da ist was dran, und Textzeilen wie „Im Sitzen ist schlecht liegen, ganz genauso wie im Gehen. Oder haben sie im Sitzen schon mal jemand stehen sehn?“ aus „Alles mit’m Mund“ sind in ihrer grandiosen Beknacktheit schon wieder virtuos. Die Arrangements sind es leider nur bedingt, die Prinzen verlassen sich auf den zugegebenermaßen makellos gesetzten Harmoniegesang, ansonsten klingt vieles sehr ähnlich. Jedenfalls bei den alten Stücken. Bei der Präsentation der neuen Lieder aus der aktuellen Platte „Familienalbum“ klingt das erkennbar ambitionierter und facettenreicher. Das sind naturgemäß nicht die großen Stimmungsmacher, das ist immer so, wenn Unbekanntes vorgestellt wird. Wirklich bemerkenswert wird es, als sich die Prinzen mit ihrem größten Erfolg „Alles nur geklaut“ unter frenetischem Applaus vorläufig verabschieden und es dann im Zugabenblock tatsächlich schaffen, die Stimmung mit neuem Material am Sieden zu halten. „Wir müssen uns nur mal erlauben, einfach an uns selbst zu glauben, wenn’s schon niemand anders es tut!“ So haben sie zuvor schon singend ihr Manifest für das 21. Jahrhundert vorgetragen. Trotziger Titel des Lieds: „Unsere besten Zeiten fangen heute an“. Na denn. Die Bewährungsauflagen gelten noch.

Zoran Gojic

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