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Der britische Sänger Elton John trat am Freitag in München auf.

Zweieinhalb Stunden volle Power

Konzertkritik: Elton John begeistert die Olympiahalle

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München - Der britische Sänger Elton John füllte am Freitag mit seinem Konzert die Münchner Olympiahalle. Und der 69-Jährige bot zur großen Freude seiner Fans eine großartige Show.

Ach, "Blues"... um 20 Uhr stimmt Elton John gestern Abend einen seiner schönsten Songs an und - mein Gott! - mit was für einer Stimme. Dieser Mann wird nächstes Jahr 70. Was den fröhlichen Paddington Bär in Menschengestalt im ewigen Glitzeranzug verrät, sind die Hände. Doch mag man ihnen auch das Alter ansehen - sie fliegen so flink wie eh und je über die Klaviatur.

Er hackt in die Tasten; tritt aufs Pedal; gibt so viel Kraft in diesen Holzkasten. Treibt. Als würde Kater Tom Mäuschen Jerry ein ums andere Mal vom tiefen zum hohen C jagen. Hoch und runter, Kreuz und quer. Ein wahrer "Rocket Man". Berauscht von seinem eigenen Spiel.

Ausverkaufte Olympiahalle, Verkehrschaos auf dem Ring. Ein Weltstar ist zu Gast. Und der Weltstar beginnt pünktlich. Das ist ja, wie man spätestens seit Rihannas Auftrittsfiasko vor einigen Monaten im Stadion ein paar Meter weiter weiß, nicht selbstverständlich.

Was ein echter Sir ist, lässt niemanden warten. Vergeudet auch keine Zeit mit leeren Komplimente-Floskeln ans Publikum, sondern geht gleich in die Vollen. Er ist der Barmusiker, der die Leute mit seiner Musik verzaubern möchte. Ab und zu einen Arm in die Höhe gehoben, ab und zu vom Flügel-Höcker aufgeschaut. Ansonsten völlige Hingabe zur Musik.

Seine Band, geführt vom langjährigen Gitarristen-Gefährten Davey Johnstone begleitet ihn kongenial, der Sound ist perfekt an diesem Abend.

Am stärksten wirkt Elton Johns charakteristische Stimme freilich in seinen Balladen. "Someone saved my Life tonight", "Tiny Dancer", "Sorry seems to be the hardest Word", die Bühne in lilafarbenes Licht getaucht, die ganze Halle erfüllt von Gefühl.

Die Lieder aus seinem aktuellen Album widmet er all den Liebenden im Saal. Ja, da gibt es einige an diesem Abend. Und zu "Good Heart" schmiegen sie sich aneinander, hin und hergerissen zwischen Anschmachten von einander oder dem Piano Player da oben auf der Bühne, der auch nach 900 Millionen verkauften Tonträgern weiß, wie Hits geschrieben werden.

Man möchte der Dame, die da einsam und allein um 20.25 Uhr das erste Feuerzeug zückt, zurufen: Da kommen noch ein paar Nummern wie diese, verbrenn dich nicht! Das erledigt dann der Wachmann für einen. Offenes Feuer verboten. Wie gut, dass es Smartphones gibt. Spätestens zu den Klassikern von "Your Song" und "Don't let the Sun go down on me" glitzert die ganze Halle - gespiegelt in den lilafarbenen obligatorischen Sonnenbrillengläsern des Super-Entertainers. Zweieinhalb Stunden volle Power macht zweieinhalb Stunden Glück für die Fans. 70? Drauf gelacht, getanzt, gejubelt.

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