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Folk-Legende Jackson Browne war am Dienstag auf dem Tollwood zu Gast.

Konzertkritik

Ein einziger Glücksmoment: Jackson Browne auf dem Tollwood

München - Er ist eine Folk-Legende, einer der bedeutendsten Songwriter der USA: Jackson Browne. Am Dienstagabend war er auf dem Tollwood zu Gast. Sein Konzert, ein "einziger Glücksmoment". 

Für Folk-Fans ist ‘15 ein Freudenjahr. Und das stimmt auch ohne zweifelhafte Alliteration: Im März beehrte der große Folk-Poet James Taylor die Philharmonie und in gut zwei Wochen wird die First Lady des Folk, Joan Baez, in der Tollwood-Musikarena auftreten. Dieselbe Bühne war am Dienstagabend Arbeitsplatz einer dritten lebenden Legende: Jackson Browne machte auf seiner Europatour dort Halt.

Gewürdigt als einer der bedeutendsten Songwriter der USA, aufgenommen in die „Rock and Roll Hall Of Fame“ sowie die „Songwriters Hall Of Fame“, stand er vor allem in den Siebzigern, an der Seite von James Taylor und Joni Mitchell, der Riege der prägendsten amerikanischen Liedermachern vor. Dass das Publikum dem Geisteskind der Siebziger in Reih’ und Glied sitzend zuhören sollte, mutete anfangs etwas befremdlich an. Doch selbstredend verfügt der 66-Jährige über so viel Tiefgründigkeit und Klasse, dass er auch ein Zuhörkonzert im Zirkuszelt zu schaukeln versteht.

Mal am Klavier, mal an der Gitarre, arbeitete er sich durch vierzig Jahre seines Schaffens – den Fokus auf der aktuellen Platte. Unterstützt von seiner sechsköpfigen „absoluten Wunschband“ vermittelte er gute drei Stunden allerlei hieb- und stichfeste Definitionen dafür, wie ein zeitloser Song zu klingen hat. Jackson Browne live anstatt auf Platte zu hören, ist so ähnlich wie Thermoskannen-Filterkaffee gegen eine Tasse frisch aufgebrühte Südamerika-Röstung einzutauschen. Im Prinzip dasselbe, aber in Wirkung und Wahrnehmung so viel purer, präsenter und nuancenreicher. Brownes stimmungsgeladenen Westcoast-Folkrock bei sehr guten Soundbedingungen auf der Bühne erleben zu dürfen, war ein einziger Glücksmoment.

Ein bisschen Revolution gab’s im letzten Drittel, als sich eine Gruppe Fans zwischen erste Reihe und Bühne stellte – und Jackson Browne die Ordner bat, sie gewähren zu lassen. Beim Klassiker „Running On Empty“ stand dann ohnehin das komplette Publikum, kam über die Gänge zur Bühne und genoss in vollen Zügen jenen Song, der zum Markenzeichen der „Eagles“ geriet, aber von Glenn Frey und Jackson Browne gemeinsam geschrieben wurde: „Take It Easy“. Ein legendärer Moment.

Christoph Ulrich

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