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Joy Denalane war Gast bei Freundeskreis.

Konzertkritik

Der Freundeskreis bringt die Münchner in Wallung

Freundeskreis feierten beim Tollwood-Festival mit Joy Denalane sowie den Rappern Afrob und Megaloh ihren alten und neuen Erfolg.

So recht mag man’s nicht glauben, dass das auch schon wieder 20 Jahre her sein soll. Und doch stimmt’s: 1997 erschien mit „Quadratur des Kreises“ ein Debütalbum, das für Aufsehen sorgte. Als Freundeskreis vermischten Max Herre, Philippe A. Kayser alias Don Philippe und Martin Welzer alias DJ Friction Jazz, Reggae und Soul mit deutschsprachigem Hip-Hop und landeten mit der Single „A-N-N-A (immer wenn es regnet)“ gleich mal einen ordentlichen kommerziellen Erfolg. Es folgten zwei Studio- und ein Live-Album – bis das Projekt mit Max Herres Entscheidung, sich fortan seiner Solo-Karriere zu widmen, einschlief. Im schwülwarmen Münchner Tollwood-Zelt gab’s nun ein Wiedersehen mit den deutschen „Conscious Rap“-Urahnen plus dem erweiterten Freundeskreis: Herres Frau und Soul-Queen Nummer eins in Deutschland, Joy Denalane, sowie die Rapper Afrob und Megaloh.

Gefeiert wurde das 20-Jährige jenes Albums. Der stimmige Mix aus Soul, Funk, Oldschool-Rap, Reggae und Pop klingt so aktuell, dass es vollkommen egal erscheint, wie alt er ist. Erstens ist er längst zur Stilrichtung geworden. Und zweitens funktioniert er. Stolze zweieinhalb Stunden reiht sich Klassiker an Klassiker. Im Mittelteil wird Denalane ein relativ großer Block eingeräumt, ihr aktuelles, arg steril geratenes Album „Gleisdreieck“ vorzustellen. Danach rumst’s umso mehr. Das großartige „Tabula rasa Pt. II“, Megalohs Weitsicht-Rap „Dr. Cooper (Ich weiß)“ oder Afrobs Siebziger-Funk-Verbeugung „Get up“ bringen das Zelt in Wallung. Rührend zwischendrin das Duett „Mit dir“, in dem sich das Ehepaar Herre feixend ansingt. Es sollte noch ein paar Mal zurückkehren, auch  nach dem Schlussakkord „Wenn der Vorhang fällt“. Nach ohrenbetäubendem Applaus folgt ein Zusatz-Set, in dem Herre erst seinem Idol Udo Lindenberg Tribut zollt und später Ton Steine Scherben.

Ein weiteres Konzert findet am 5. Juli ebenfalls auf dem Tollwood statt.

Christoph Ulrich

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