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Helge Schneider im klassisch-kontemplativen Klavierrausch.

Auftritt in der Philharmonie

Konzertkritik: Helge Schneider mit „Radio Pollepopp“

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München - Helge Schneider ist zurück! Sein neues Programm „Radio Pollepopp“ führte er in der Philharmonie auf. So lief das Konzert mit der fleischgewordenen Verweigerung des Mainstream.

Die Dame in der Reihe hinter mir wird kurz nach zehn ein bisserl ungeduldig: „Helge, jetzt sing mal wieder!“ Macht er schon noch mal, aber die fleischgewordene Verweigerung des Mainstream hat beim ersten Abend in der Philharmonie wohl mehr Lust auf Laute, Gesten und diese einmaligen Geschichten, die meist sinnentleert im Kosmos der humoristischen Randuniversen verpuffen. Titel: Radio Pollepopp.

Auf gut Deutsch: Helge Schneider ist wieder da! Diesmal nicht mit fetter Band, sondern weitgehend solo. Er malträtiert das Cello, swingt im Schweineorgel-Sound, (ver-)zerrt einen bestialisch bärigen E-Gitarrenblues („Mama und Papa … are my parents“) durch das „Holzloch“, wie der 61-Jährige aus dem Ruhrpott die Spielstätte gegen Ende mal bezeichnet.

Sein chinesisches Wiegenlied wird diesmal ordentlich erweitert um einen deutschen Großvater mit Springerstiefeln, dafür handelt er Es gibt Reis fragmentarisch ab. Sternstunden gibt’s vor allem, wenn er uns am Flügel Flügel verleiht. Da haut er dem Publikum seine stilistische Bandbreite um die Ohren, würzt mit Klassikzitaten – gerne mit Beethovens Fünfter und Neunter (siehe Zitat links) – und zeigt von butterzart bis knüppelhart, wohin einen die „Fanta-sie“ (später sagt er mal „Cola-er“) entführen kann. Wenn man’s kann wie Helge.

Der Brüller für alle Klassikfreunde: wie der Tausendsassa am Klavier urkomisch die Gesten mancher Pianisten nachahmt, wenn sie grad mal nur eine Hand brauchen und mit der anderen mitdirigieren. Die Mimik, die Handhaltung, die ruckartigen Bewegungen, das freie Fließen – ach, Helge, du bist und bleibst einfach nur der Super-Schneider. Strahl weiter – und verweiger weiter alle Erwartungen!

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