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Konstantin Wecker präsentiert den Zuschauern auf seiner Tour sein neues politisch aufgeladenes Album „Ohne Warum“.

Tour "Ohne Warum"

Suche nach dem Wunderbaren: Konstantin Wecker im Circus Krone

München - "Ohne Warum" so lautet der Name von Konstantin Weckers aktueller Tour. Gleich zwei Abende hintereinander gastiert er im Circus Krone. Dabei gibt es eine großartige Entdeckung zu machen. Die Konzertkritik. 

Die Entdeckung des Abends ist: Cynthia Nickschas. Liedermacher Konstantin Wecker hat die Sängerin und Gitarristin als Straßenmusikerin kennen gelernt, sie für sein Label „Sturm & Klang“ engagiert, fast so, wie ihn damals Hanns Dieter Hüsch förderte. Nun gibt er der 28-Jährigen viel Raum auf seiner „Ohne Warum“-Tour. Sie darf mit ihm Duette singen, Eigenes, begeistert mit einer Janis-Joplin-Hommage, Kratzstimme inklusive, und erinnert an die junge Zaz.

Cynthia Nickschas ist nur ein Grund, warum das zweitägige Gastspiel Weckers in seinem Münchner „Wohnzimmer“, dem doppelt vollen Circus Krone, erneut die Marke „großartig“ verdient. Diesmal im Mittelpunkt: das neue, politisch wieder sehr aufgeladene Album „Ohne Warum“ des ewigen Anarchisten, Idealisten und Pazifisten. Des Romantikers und vor allem großen Poeten. Zwischen den beiden Polen – Wut und Zärtlichkeit – bewegt sich der ganze Abend. Der 68-Jährige schreibt Gedichte (Georg Heyms „Der Krieg“) und Lieder („Die Gedanken sind frei“, mit Publikumschor) weiter, bringt das immer mitreißende „Sage nein!“ und ruft zur „Revolution“ auf, dazu, sich von Rassisten und Pegidisten die Welt nicht verdunkeln zu lassen.

Andererseits gibt es diese stillen Momente. Wenn sich Konstantin Wecker allein am Klavier auf die „Suche nach dem Wunderbaren“ begibt oder alle Materie als „Gefrorenes Licht“ erklärt. Dazu: ein bisschen Mystik, Selbstironie, sein rollendes R. Und eine insgesamt fantastische, vierköpfige Band auf karger Bühne. Nach drei Stunden zelebrieren sie alle das philosophische Titellied „Ohne Warum“ gegen nur noch auf Nutzen ausgerichtetes Denken. Es ist absichtlich ganz ans Ende gesetzt: „Weil das Lied so wertvoll ist“, sagt Wecker, „dass es nur die hören sollen, die noch da sind.“ Es sind noch alle da!

Marco Mach

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