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Was für ein Zirkus: Pink begeistert in der zweimal ausverkauften Olyhalle.

Konzertkritik

So liefen Pinks Auftritte in der Olympiahalle

München - Pink, hyperaktiver Superstar und Gute-Laune-Granate, sorgte an zwei ausverkauften Abenden in der Olympiahalle dafür, dass an den Feiertagen nicht nur der Heilige Geist auf die Menschen herabschwebte.

 

Frohe Pinksten, München! Die Madame 100 000 Volt des Pop bestritt ihre fabelhafte The Truth About Love-Show beinahe mehr von der Hallendecke aus als auf dem Bühnenboden. Mehr Halligalli gibt’s in keinem Zirkus! Pink turnte am Trapez, sauste an Bungeeseilen übers Publikum, überschlug sich für ihre 25 000 Fans. Und sie sang sogar dazu. Douze points im Eurovision Show Contest, zwölf Punkte für Pink, wenn nicht sogar 14 oder 15.

Mehr denn je ist die neue Pink-Tour auf Zirkus getrimmt. Gastgeber Ruben von Funkenherz, ein sexuell zweifelhafter Sado-Maso-Clown, führt durch den Abend. Die Kulisse – sie wechselt zwischen Spukschloss und schwüler Rotlicht-Lasterhöhle. Der Aufwand – gewaltig. 50 Tonnen Ausrüstung hängen unter der Decke, um Pinks Flugshow zu ermöglichen. Und so springteufelt sie zwei Stunden lang aus den Löchern im Bühnenboden, singt am Trapez hängend Try, baumelt bei Sober am Rhönrad, rüttelt sich und schüttelt sich als Rumpelpinkchen.

Aber: Das ganze Rumgefliege wäre ein seelenloses Spektakel ohne den Charme und die Natürlichkeit einer ungeheuer sympathischen Hauptdarstellerin. Jedes Stofftier, das auf die Bühne fliegt, würdigt Pink ausgiebig, ein wahres Monsterviech tauft sie Horst. Ein Vergnügen, sie zu erleben. Die Musik, routinierter Radio-Pop­rock, wird da zur Nebensache, zum zweckdienlichen Soundtrack. Und mal ehrlich: Wer geht schon wegen der Musik zu Pink?

Jörg Heinrich

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