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Fette Grooves, satter Sound: Moop Mama.

Konzertkritik

Moop Mama: Ihr Kinderlein, kommet  - und groovet!

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München – Mann, Mann, Mama – was für eine wilde Truppe! „Das ist heute unser letzter Abend der Tour: Wir wollen mit Euch groß Abrissparty feiern!“ So ruft Frontmann und Rapper Keno am Sonntagabend von der Bühne in die ausverkaufte Muffathalle. Das Publikum folgt gerne. 

Die Kinder lassen sich nicht lange bitten, wenn die Mama ruft: Zwei Stunden hüpfen, Kopf nicken, Hände in die Höhe recken, mitgrooven, mitfeiern – lasst uns froh und munter sein! Das Allerschönste: Diese Mama ist RICHTIG fett! 

Fette Grooves, satter Sound, ständige Platzwechsel und Tänze der Bläser auf der Bühne, dazu Kenos Sprech-Stakkato: Ein feines Süppchen, das Moop Mama da angerührt haben. Siebenköpfige Bläsergruppe, zwei Trommler, ein Sänger – ihr Kinderlein, kommet und groovet. 

Nach sechs Wochen Tour ist die Münchner Marching-HipHop-UrbanBrass-Guerilla-passt-eh-in-keine-Schublade-Band für zwei Konzerte heimgekehrt. Dorthin, wo 2009 alles begann. Und weil’s gar so schön und die Nachfrage so riesig ist, haben die Mamas am Wochenende nicht nur ein Abschlusskonzert gegeben (am Samstag), sondern am Sonntag einen Nachschlag aufgetischt. Zwei Mal ausverkauft. Respekt, die Herren! 

Als Vorspeise servieren die Gründungsmitglieder Keno, Marcus Kesselbauer (Saxophon) und Lukas „Bustla“ (Drums) Roth mit ihren sieben Mitstreitern zunächst was Ernstes: „Meermenschen“, das sich mit dem Flüchtlingsdrama beschäftigt. Ruhe und Nachdenklickeit im Saal. Keno wirbt fürs Münchner Flüchtlingsprojekt "Bellevue di Monaco", für das die Band beim Konzert Spenden sammelt. Danach ohne Umwege zur Hauptspeise: Die Party geht ab! Songs von allen drei Alben entführen nach "Mooptopia", so der Name des aktuellen Albums und der Tour. Am Schluss bringt „Alle Kinder“ die Muffathalle zum Erzittern, so ausgelassen hüpfen Moop Mamas Kinder herum. Ganz schön wild und ungezogen. Recht so!

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