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11.000 feierten am Freitagabend Superstar Neil Diamond in der Münchner Olympiahalle.

Konzertkritik

Neil Diamond in der Olympiahalle: Der Pop-Gigant

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München - Diamantenfieber in der ausverkauften Olympiahalle! 11.000 feierten am Freitagabend Superstar Neil Diamond, der großes US-Entertainment nach München brachte.

74 ist er mittlerweile, doch der Mann aus Brooklyn macht den Jungen immer noch vor, wie sich Amerika Unterhaltung vorstellt: Mit Pop, mit Pomp, mit Kitsch – und mit fantastischer Musik. Einen Abend lang lag München nicht an der Isar, sondern am Neal. What a beautiful voice!

Wenn sich ein US-Gigant wie Neil Diamond nach Europa bemüht, dann muss groß aufgetischt werden. Dann muss sich auch die Münchner Olympiahalle nach Madison Square Garden anfühlen. Und das gelingt prächtig: Während sich die Zwölf-Mann-Kapelle zu Beginn noch warmspielt, kommt der Meister auf die Glitzerbühne – durch eine Tür in Form eines riesigen drehenden Diamanten. Die Bühne sieht aus wie eine Hightech-Version von Rainer Holbes Starparade aus den 70ern, in der Neil Diamond einer der Helden war, die man als Kind bestaunen durfte.

Es gibt viel zu sehen, und noch mehr zu hören. Erster Song, erster Kracher: „I’m A Believer“, das er für die Monkees geschrieben hat. Großes „Ah!“ und „Oh!“ in der Halle – ja, Neil Diamond klingt immer noch wie Neil Diamond, ein wenig rauer, aber das darf er auch, mit 74. Danach: So viele Hits, so viele Geschichten. Diamond tanzt, plaudert, gibt die aufgekratzte Pop-Legende. „Love On The Rocks“ folgt gleich als Zweites, später „Red Red Wine“ (leider arg schunkelig in der Reggae-Version von UB 40 mit Rap-Passage) und „Beautiful Noise“.

Vor Kitsch schreckt der Mann mit dem grauen Vollbart nicht zurück, warum auch? Wir sind schließlich im Munich Square Garden. Der alte Diamond winkt sogar dem jungen Neil zu, in wunderbaren Videoschnipseln aus seiner Kindheit. Auch wenn er sich ein paar Hits spart – ohne die legendäre „Sweet Caroline“, Bam Bam Bam, geht es nicht. Selbst Elvis sang die Hymne für Caroline Kennedy nach. An diesem Abend singt sie München, und will gar nicht mehr damit aufhören. Es stimmt schon: Diamond is a girls best friend. Und die Jungs finden ihn auch verdammt klasse.

Jörg Heinrich

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