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Rihanna bietet den Fans, was sie erwarten.

Superstar lässt Fans lange warten

Konzertkritik: Rihanna im Oly - Sonnenbrille statt "Umbrella"

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München - 41.000 Fans müssen im Olympiastadion lange auf Rihanna warten. Doch nach 90 Minuten lässt der Superstar sie glücklich in der Münchner Nacht zurück. Die Konzertkritik:

21.30 Uhr - drei Stunden nach offiziellem Konzertbeginn eine versöhnliche Botschaft: Rihanna marschiert durch die Publikumreihen hinein ins Münchner Olympiastadion und performed "stay". Gekommen, um zu bleiben? Leider nein. Dass sie noch in der Nacht aus Angst vorm Terror weiterreisen würde, war bereits zuvor bekannt. Dass die Amerikanerin aber nach nur eineinhalb Stunden die Kurve macht, enttäuscht. Die Fans freilich nicht. Dieser Stimme unterm Münchner Nachthimmel zuzuhören, ist ein Erlebnis, das auch über nur 90 Minuten nachhaltig trägt.

Es ist zunächst eine One-Woman-Show. Die 28-Jährige auf einem Podest inmitten des Publikums - Angst vor möglichen Anschlägen hin oder her - in Zwangsjacke überm knappen Body. Von Chor, Band, Tänzern keine Spur.

Bisschen Po-Wackeln, bisschen übers Gelände räkeln - die Beats bumpern dabei im Bauch wie wenn man sich beim Club-Besuch etwas zu nah an den Boxen platziert hat.

Rihannas charakteristische Stimme muss kämpfen, um sich gegen diese Lautstärke durchzusetzen. Und auch die Scheinwerfer blenden mehr als dass sie sie ins rechte Licht rücken. Einen "Umbrella" braucht's an diesem Abend nicht, sondern eher eine Sonnenbrille.

Weil man sie sonst kaum sieht, die so sehenswerten Tänzerinnen und Tänzer, die nach ein paar Songs dann doch auf die Bühne kommen. Ein uninspiriertes "Munich" ruft die Sängerin dann und wann in die Menge. Die Fans jubeln dankbar.

Es ist kurz nach zehn, als sie schließlich doch ein paar Worte an die Menge richtet.

Ab jetzt geht's bergauf. "Desperado" ist einer der besonders starken Songs des Abends. Da darf dann auch mal der Gitarrist mit einem Solo glänzen. Und danach die Tänzer ins rote Licht getaucht. Zu "Man down" und "Rude Boy" und all den anderen starken Songs. Licht auf sie, statt in die Menge. So soll's sein.

Am Ende gelingt es ihr, dann doch noch richtig ans Herz zu gehen. Da erinnert sie an den Münchner Amoklauf, um dann zum Lichterschein von tausenden Handylichtern mit "Diamonds" "Liebe in die Welt zu tragen". Auf Videoleinwand die Deutschlandflagge. Das ist bewegend und regt auch die letzten zum Mittanzen an.

Wenn Rihanna danach noch "Four Five Seconds" raushaut, ist die erste Konzerthälfte längst vergessen. Man möchte ihr zurufen: "Stayyyy"! Doch da ist sie schon entschwunden. Und hat 41.000 glückliche Fans - unter ihnen auch der verletzte Bayern-Star Renato Sanches -  in der Münchner Nacht zurückgelassen.

Katja Kraft

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