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Konzertkritik

Die Rückkehr: Sarah Connor auf dem Tollwood

München - Sarah Connor beweist auf dem Tollwood erneut, dass ihre Musik erwachsen geworden ist. Trotzdem dauert es bis der Funke überspringt. Unsere Konzertkritik.

Zunächst ein kurzer Rückblick: September 2015, Sarah Connor zeigt sich im ausverkauften Deutschen Theater in München von ihrer neuen, erwachsenen Seite. Still, packend und gar nicht mehr peinlich präsentiert sie ihre jüngsten, selbst geschriebenen (mit Peter Plate), meist nachdenklichen und, ja sogar Botschaftenvermittelnden Lieder in ihrer „Muttersprache“ – so auch der Titel ihres Erfolgsalbums (inzwischen mit Dreifachplatin ausgezeichnet). Ihre nervigen Fehltritte wie ihre mediale Selbstentblößung in einer Liebes-Doku-Soap oder ihre verbrühte Hymne – plötzlich vergessen.

Am Mittwochabend nun kehrt die 36-jährige, erneut schwangere Dreifachmutter gut behütet und kurz berockt nach München zurück, diesmal auf das Tollwood-Festival. Das Programm ähnelt dem September-Auftritt, klar, schließlich ist es die gleiche Tour. Nur aufs Umziehen verzichtet sie.

Doch irgendwie will sich zunächst nicht die magisch-ausgelassene Stimmung von damals (wie auch der vergangenen Tollwood-Tage) einstellen. Sie ist okay, keine Frage, aber nicht mehr. Vielleicht deshalb, weil die neuen emotionalen Lieder einfach besser ins bestuhlte Theater als ins quirlige, warme Zelt der Musik-Arena passen? Da hilft es auch nicht viel, dass Sarah Connor den Bühnenventilator ins Familien-Publikum dreht oder ein knackiges Retro-Medley ihrer frühen, noch englischen und massentauglichen Pop-Hits wie „Let’s get back to Bed, Boy“ oder „From Zero to Hero“ spielt. Dagegen unverändert grandios: ihre samtig-soulige Stimme und ihre „geile Band“, wie die Blondine sie selbst und völlig zurecht nennt und ihr mehrmals genügend Beweis-Raum gibt.

Erst nach rund einer Stunde springt der Funke gänzlich über. Endlich. Dann schmettert sie „From Sarah with Love“ im Bossa-Nova-Gewand in die verschwitzte Menge, später „Kommst du mit ihr“, ein groovendes Wutlied über den Sex des Ex, und schließlich die wunderschöne Ballade „Wie schön du bist“. Der Rest ist Party. Und der nächste Nachschlag bereits terminiert: Ende März 2017 kommt Sarah Connor wieder, dann hoffentlich als glückliche Vierfachmama in die benachbarte große Olympiahalle.

Marco Mach

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