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Sunrise Avenue auf dem Königsplatz: Mit viel Spaß und Vollgas.

Hits im Wahnsinnstempo

Sunrise Avenue rocken den Königsplatz

München - Sie sind wieder da, als wären sie nie weg gewesen  - und wollen es auch bleiben. Samu Haber und seine Sunrise Avenue haben am Freitag den Königsplatz gerockt. Am Sonntag kommen sie nochmal.

Wichtigste zuerst: Das Wetter am Freitagabend spielte mit. Anfangs kam sogar die Sonne heraus. Die Kulisse Königsplatz mit ihren musealen Tempeln passte sowieso. Und um 20.45 Uhr, nach zwei Vorbands, kamen sie – die von 21.600 Fans (schon lange ausverkauft) sehnsüchtig erwarteten smarten Jungs von Sunrise Avenue.

Sie starteten ihre Deutschlandtour in München. Mit „Funkytown“ krachten sie los, als wären sie nie weg gewesen. Sie sind wieder da. Und wollen es auch bleiben. Nachdem Sunrise-Frontmann Samu Haber, dieser blonde, schlaksige Sunnyboy mit der bärig-sanften Stimme, seinen Trainer-Job bei der TV-Casting-Show „The Voice Of Germany“ auf Eis gelegt hat, will er sich wieder mehr um seine Combo kümmern, trotz neuer Talente-Show „Die Band“ ab Herbst an einem neuen Album arbeiten.

Auf den Königsplatz brachten Sunrise Avenue keine neue CD mit; das letzte Studioalbum „Unholy Ground“ kam 2013 heraus. Das tat der Stimmung unter den größtenteils Mädels jedoch keinen Abbruch. Zumal die Finnen all ihre Hits im Gepäck hatten. Vom aktuellen Radiohit „You Can Never Be Ready“ (erster Chor) über „Lifesafer“ bis zu den älteren Hammern wie Hollywood Hills“ und ganz zum Schluss „Fairytale Gone Bad“. Eben ein Best-Of-Konzert zur Best-Of-CD.

Dazwischen viel Gitarrenrock, Balladen. Die Soft- und Massenpopper sind live viel härter als im Radio. Diesmal ganz pur zu erleben, mit extrem viel Spaß, Vollgas, ohne Bigband oder Orchester wie zuletzt. Mit Schlabbershirts statt Anzug. Die Bühne: mehrstöckig, eingerahmt von drei Leinwänden. Was für ein Wahnsinnstempo. Nein, Sunrise Avenue ist keine Boygroup, vielmehr eine Rockband. „Es ist beeindruckend, hier zu stehen“, war Haber (39, durchtrainiert) vom Königsplatz hin und weg. Sein Vater ist übrigens in München geboren. Dort, wo man feiern könne – wie der Freitagabend wieder bewies. Einige jubelten sogar auf dem Dach der Musikhochschule.

Im Vorprogramm gab es dänischen Elektropop (Carpark North) und einen finnischen Sänger (Niila). Das Beste: Die Finnenrocker kommen am Sonntag noch mal an die gleiche Stelle, und es gibt noch Karten unter Telefon 54 81 81 81.

Samu Haber machte im tz-Interview schon Lust auf den Nachschlag: „Konzerte sind nie gleich, alleine schon, weil wir alles andere als perfekte Musiker sind. Und natürlich ändern wir die Setlist ein wenig.“ Trotzdem ergänzt er und lacht dabei: „Ich würde nicht so viel Geld für Sunrise Avenue ausgeben. Lieber einen Tag mit uns und dann eine lokale Band unterstützen.“

 

Marco Mach

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