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Paul Weller begeisterte im Technikum seine Konzertbesucher.

Flipperkugel im Spaßautomaten

Konzertkritik: Paul Weller im Technikum München

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Die Jahrgänge 1960 bis 1970 plusminus X haben sich am Montagabend im Münchner Technikum zum Klassentreffen mit Lehrmeister Paul Weller eingefunden. Unsere Konzertkritik:

München - Die Generation Mod ist heute zwar überhaupt nicht mehr wild, keine Raufereien mehr, im Auto statt mit dem Roller unterwegs, und die schmalen schwarzen Lederkrawatten zu weißen Hemden und schwarzen Sakkos sind ebenfalls Geschichte – aber über zwei Stunden Spaß haben, das können die alten Mods noch wie einst. 

Freilich sind die Hüften steif geworden, sodass es nur noch zum Mitwippen und Mitsingen reicht. Egal. Textsicher sind eh alle im vollen Technikum, das ist erstaunlich, weil: Paul Weller wäre nicht Paul Weller, würde er ein Best of der Britpop-Songs aus der Zeit seiner Bands „The Jam“ (1972-1982) und „The Style Council“ (1983-1989) spielen, nein, er streut in den Abend jede Menge aus seiner Solokarriere, auch aus dem neuen Album „A Kind Of Revolution“. Trotzdem singt fast jeder mit – genau das ist das Wunderbare am „Godfather of Britpop“ aka „Modfather“: Dass er heute noch Songs schreibt, als wäre er 20, die mal schnörkellos und rotzfrech sind, mal experimentell oder gar schnulzig. Aber immer eingängig und mitreißend. Lieder wie das neue „Woo Sé Mama“ gehen genau so ab wie Schmidts Katze anno 1972 ff. Dazu gebiert sich Paul Weller wie eh und je, egal ob Vollstrom-Gitarrengewitter oder ruhiger Akustikteil: Er dreht während der Songs stets an der Gitarre rum, zuckt mit dem Kopf ruckartig mal dahin, mal dorthin, verbiegt den Oberkörper, zappelt, malträtiert den Kaugummi mit offenem Mund – der „Modfather“ ist und bleibt Lehrmeister in Sachen Coolness. Die Flipperkugel im Spaßautomaten. 

Armin Rösl

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