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Sorgte für Stimmung: Andreas Gabalier trat im Olympiastadion auf.

Vor 72.000 Zuschauern

Andreas Gabalier alpenrockt das Olystadion

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72.000 Zuschauer können kaum irren: Andreas Gabalier rockte und rollte am Samstagabend erneut durchs restlos ausverkaufte Olympiastadion. Die Kritik zur Alpenrock-Party.

München - Er kommt aus dem Grinsen nicht heraus. Steht da, Lederhose, schwarze Weste, ein Mordstrumm Mannsbild, und grinst breit ins rot-weiß-karierte Rund des Olympiastadions. Andreas Gabalier hat zum zweiten Mal in Folge geschafft, was noch größere Namen im Musikgeschäft nicht schaffen: Das Stadion ist ausverkauft. 72 000 Menschen sollen es sein, die vielen Zuhörer im Olympiapark nicht mitgezählt. Man fühlt sich bei Gabalier ja ein bisserl an „Fürstenfeld“ von STS erinnert – mit dem Unterschied, dass dieser Steirer Bua Millionen Alben verkauft und eine riesige „Volksrock’n’Roll-Tour“ spielt.

Das Olystadion im Trachtengwand

Ob das Stadion schon einmal so viel Trachtengwand gesehen hat? 72 000 Besucher, die Madln im Dirndl, die Burschen mit Karohemd und Lederhose, wollen Gabalier an diesem Samstagabend hören. Der 32-Jährige könnte es freilich wie im vergangenen Jahr machen, als er das „legendäre Olympiastadion“ erstmals füllte. Er könnte eine heimatkitschige Show spielen, ein bisserl Hüftkreisen, ein paar Hits fürs Partyvolk, „Hulapalu“ und Hurra. Stattdessen kommt er ohne Tamtam pünktlich um Acht mit einem knackigen Hit-Medley auf die unerwartet unkitschige Bühne. Alpenpanorama, transparente Leuchtbildschirme, rot-weiß-karierter Steg ins Publikum, basst.

Es folgt ein Sprung zu den Anfängen seiner noch jungen Karriere, Lieder aus den ersten Alben, nicht nur die Hits. „I sing a Liad für Di“ und „Hulapalu“ müssen warten, auch wenn das Partyvolk in Partytracht danach schreit. Gabalier hat sich gefragt, was er diesmal anders machen kann, „um 72 000 Menschen glücklich in den Abend zu entlassen“. Man nimmt es ihm ab. Und so gibt’s Lieder, die vor allem die eingefleischten Fans kennen, Stücke, die dem Sänger am Herzen liegen und neue Versionen aus der MTV-Unplugged-Session zu hören. Dabei schwärmt er: München, „das Epizentrum des Volksrock’n’Roll“ und „so vui scheene Dirndlkleider“.

Heute sind alle Münchner Steirer Buam

Andreas Gabalier mag ein streitbarer Bursche sein, in jedem Fall ist er einer, der Kritik wegsteckt, auf die Bühne geht und die charmante Rampensau gibt, ein Bazi, der mit jedem Deandl flirtet. Seine schier grenzenlose Energie zieht er aus dem Auftritt selbst, „fast ein Heimspiel“, sagt er. Die Besucher sind an diesem Abend Bayern, echte Steirer oder auch „Bergbauernbuam“. Gabalier ist ihr Antreiber und ihr Unterhalter. Als er sich mit „Amoi seg’ ma uns wieder“ bei einsetzendem Nieselregen verabschiedet, spürt man, dass diese Alpenrockshow nicht nur Show ist. Andere würden sich nach ein paar Minuten verabschieden. Er aber bleibt. Holt die Band nach vorn, nimmt sich Zeit, die hat er diesmal, wie er scherzhaft sagt, nachdem der Stromausfall ausgeblieben ist.

München sieht Andreas Gabalier amoi wieder: Der Termin für die dritte Stadion-Auflage im Juni 2018 steht, der Vorverkauf läuft – es gibt nur noch rund 10 000 Karten. Dieser Steirer Bua hat wirklich allen Grund zum Grinsen.

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