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Konzertsaal statt Vater-Rhein-Brunnen: Dieses Areal an der Isar schlagen die Architekturstudenten vor. Im Hintergrund der Kongresssaal.

Konzertsaal: Studenten präsentieren Vorschlag

München - Münchner Architekturstudenten haben sich Gedanken über einen Standort für einen neuen Konzertsaal gemacht und nun einen vermeintlich perfekten Platz für das Projekt gefunden. Es gibt da nur einen Haken.

So gut wie aussichtslos ist dieser Standortvorschlag für einen neuen Münchner Konzertsaal – nach der jetzigen Debattenlage. Und das, obgleich er direkter Nachbar des Favoriten-Areals Deutsches Museum ist. Die Fakultät für Architektur der Hochschule München lässt sich davon nicht abschrecken. Sie hat sich im Rahmen eines Masterstudiengangs Gedanken über den Nordteil der Museumsinsel gemacht. Der liegt auf der anderen Seite der Ludwigsbrücke, gegenüber des Kongresssaales und auf einem Areal, das von Bäumen und vom Vater-Rhein-Brunnen bestimmt wird. Der perfekte Platz, wie die Jung-Architekten finden.

Zwar räumen die Studenten um ihren Professor Tomas Valena ein, dass dort (noch) kein Baurecht existiere. Außerdem müssten Bedenken der Naturschützer ausgeräumt werden. Die Argumente, die sie aufzählen, sind gleichwohl sehr beachtlich. Valena hebt die Schlüsselfunktion des Areals hervor. Dieses befinde sich dank Isar am Kreuzungspunkt der „Natur- und Kulturachse“ der Stadt. Eine Bebauung sei keine Zerstörung, sondern knüpfe vielmehr an Historisches an: Dort hätten, so geben die Studenten zu bedenken, früher Gebäude gestanden. Zudem habe dieses Gebiet ein Problem mit zwielichtiger Nutzung: „Es gleitet ab“, wie sich Valena ausdrückte. Um den Vater-Rhein-Brunnen müsse man sich dabei nicht sorgen: Der sei in seiner Geschichte schon zweimal verlegt worden.

Dem Deutschen Museum, das glauben die Architekten, werde mit ihrem Vorschlag Luft zur Weiterentwicklung gelassen. Ohnehin „drohe“ einem umgebauten Kongresssaal die Mehrzwecknutzung: Wer könne da noch eine erstklassige Akustik garantieren? Außerdem: Von Denkmalschutz-Seite sei Widerstand gegen einen Um- oder Neubau des Museumssaales zu erwarten. Den von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) favorisierten Abriss werten Studenten und Professor als „kulturellen Akt der Barbarei“. Eine solche Handlung ohne jegliches historisches Bewusstsein „würde München in der kulturellen Welt lächerlich machen“.

Von Markus Thiel

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