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Die Münchner Philharmonie. 

Regierung hält sich Hintertürchen offen

Konzertsaal-Debatte: Doch noch ein Neubau?

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München – In der Münchner Konzertsaal-Debatte hält sich die Staatsregierung doch noch einen Notausgang offen. Ein Neubau im Finanzgarten ist doch nicht ganz ausgeschlossen.

Sollten die Verhandlungen über eine Sanierung des Gasteigs und des Herkulessaals scheitern, komme ein Neubau als letzte Option immer noch in Betracht, heißt es nach Informationen des Münchner Merkur in der Vorlage des Kabinetts, das sich am Mittwoch mit den Plänen befasst. Sollten die offenen Fragen „nicht zufriedenstellend zu lösen sein oder unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen, bleibt der Neubau eines Konzertsaals im westlichen Finanzgarten als alternative Option bestehen“, zitiert die Zeitung aus der Vorlage. Eine „Grobschätzung von aktuell 200 bis 300 Millionen Euro Kosten für einen Neubau am Finanzgarten“ wird in der Vorlage genannt. Erheblicher Widerstand der Bürger wird vorhergesagt. Die Lösung, einen Konzertsaal auf der Museumsinsel zu bauen, gilt in Regierungskreisen ebenfalls als nicht restlos ausgeschlossen. In der Kabinettsvorlage wird aber „die Weigerung wesentlicher Entscheidungsträger des Deutschen Museums trotz positiver Machbarkeitsstudie“ kritisiert.

Priorität für die Staatsregierung hat aber, das soll das Kabinett beschließen, die Sanierung. Die Staatsregierung schlägt dabei vor, den Herkulessaal in der Residenz und die Philharmonie im Gasteig als Einheit zu betrachten („Zwillingslösung“). Beim Umbau und beim späteren Betrieb sollten sich die BR-Symphoniker und die Münchner Philharmoniker eng abstimmen. Beide müssten beide Säle „gleichberechtigt bespielen“. Im Ergebnis werde das darauf hinauslaufen, dass jedes Orchester einen Saal für zwei Wochen bespiele und dann umziehe. Im Gasteig sollten vor allem Orchesterprogramme der Romantik und Moderne laufen, im Herkulessaal Barock und Wiener Klassik.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) zeigte sich unterdessen unzufrieden mit der scharfen Kritik aus der Kulturszene an den Gasteig-Plänen. „Ich verstehe eine gewisse Enttäuschung Einzelner, aber nicht diese bemerkenswerte kulturpolitische Aufregung der vergangenen Tage“, sagte Spaenle dem Merkur. „Ich erwarte schon, dass man genau zuhört, welche Vorschläge die Landeshauptstadt und der Freistaat unterbreiten. Hier arbeiten keine Amateure.“ Spaenle gab zu Bedenken, er selbst hätte sich „vor einem Jahr nicht im Traum vorstellen können, dass die Landeshauptstadt und Freistaat jetzt so eng zusammenarbeiten, um die Konzertsaalsituation zu verbessern. Die Freistaat ist bereit, sich mit einer sehr hohen Millionensumme zu engagieren.“

Christian Deutschländer

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