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Standort gefährdet: Das Kuratorium des Deutschen Musueums ist gegen die Lösung Kongresssaal.

Konzertsaal-Debatte: "Nun weiß man endlich Bescheid"

München - Es ist wie die Einsicht nach einem verlorenen Wahlsonntag. Von einem „klaren Rückschlag“ spricht Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) nach den jüngsten Vorgängen in Sachen Konzertsaal.

Wie berichtet, hatte sich das Kuratorium des Deutschen Museums gegen den Standort Kongresssaal ausgesprochen. Keine Überraschung, wenn man die kritischen Töne bedenkt, die seit Monaten aus dem Museum dringen.

Überraschend ist für den Saal-Befürworter Heubisch allerdings eines: „Nicht einmal die Machbarkeitsstudie wird dort befürwortet“, kritisiert der Minister. Und auf dieser Studie, die vor einigen Wochen vom Landtag auf den Weg gebracht wurde, ruhen nun die Hoffnungen nicht nur Heubischs. Die Expertise soll untersuchen, ob und wie ein Saal auf der Museumsinsel untergebracht werden kann – und eventuell nach Alternativen fahnden. „Das Positive an der Abstimmung im Kuratorium ist, dass man nun Bescheid weiß“, sagt er. „Es wird nicht mehr hintenrum diskutiert.“

Das Votum des 400-köpfigen Kuratoriums hat allerdings keine rechtliche Bindungswirkung. Entscheidungsgremium des Deutschen Museums ist der Verwaltungsrat – der aber seinerseits vom Kuratorium gewählt wird. Ob die Abstimmung der vergangenen Woche wirklich das Meinungsbild der Museumsverantwortlichen wiedergibt, ist überdies fraglich: Wie so häufig nahmen nicht alle Kuratoriumsmitglieder an der Debatte teil. Dennoch ist Argwohn gegenüber den Saal-Plänen zu spüren. Auch, weil man sich im Doppelsinne die Möglichkeit nicht verbauen lassen will, im Bereich des Kongresssaales ein neues Entrée fürs Museum zu schaffen. Ein Argument, das für den Minister nicht zieht: „Die Museumsbesucher werden nie durch das vordere Gebäude hindurchgehen können, sondern müssen immer seitlich vorbei“, sagt Heubisch. „Das war nie anders geplant.“

Dass von Seiten des Deutschen Museums noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde, lässt der Sprecher dieser Institution, Bernhard Weidemann, durchblicken. Man hoffe auf eine Einigung der Gremien und darauf, „dass das Beste für das Deutsche Museum herausspringt“, formuliert er es.

Möglich ist auch, dass das Museum im übertragenen Sinne den Preis für einen Konzertsaal auf der Isar-Insel hochtreiben will. Ein reiner Konzert-Ort darf dort nämlich nach dem Willen vieler Museumsverantwortlicher nicht entstehen. Wenn, dann müsse auch wieder ein Raum für Kongresse und Tagungen angeboten werden. Konzertsaal-Befürworter sehen hier eine akustisch optimale Lösung gefährdet. Dann, so wird befürchtet, habe man dieselben Probleme am Hals wie derzeit im Multifunktionssaal Philharmonie. Kunstminister Wolfgang Heubisch freilich gibt sich da zuversichtlich: „Auch der akustisch hochgelobte Saal in Luzern nennt sich schließlich Kultur- und Kongresszentrum."

Markus Thiel

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